Der neue Verwaltungsrat des WOBI, den die Landesregierung am morgigen Freitag absegnen dürfte, besteht aus Rechtsanwalt Herwig Neulichedl, Karin Plank Pittner (Gemeindereferentin u.a. für Wohnbau und öffentliche Gebäude in Welschnofen) als Vizepräsidentin und Christian Battisti als Präsident. Letzterer ist Gemeinderat in Bozen und hatte bei den Wahlen zusammen mit Landtagspräsident Angelo Gennaccaro auf der Civica-Liste kandidiert.<BR /><BR />Landesrätin Ulli Mair macht keinen Hehl daraus, dass die Besetzung des Präsidentenpostens nicht ihre politische Zustimmung hat. Der schwelende Konflikt mit den italienischen Koalitionspartnern in Sachen WOBI geht damit in die nächste Runde.<BR /><BR />Bekanntlich wollte Mair ursprünglich beim WOBI gründlich aufräumen und dabei den aus ihrer Sicht unnötigen Verwaltungsrat entsorgen. Sie hält ihn nach wie vor „in seiner bisherigen Form für nicht mehr zeitgemäß“. Sie habe sich deshalb mit Überzeugung in der Landesregierung dafür eingesetzt, das WOBI fachlich, effizient und frei von parteipolitischen Postenbesetzungen aufzustellen. „Dafür gab es letztlich keine politische Mehrheit, im Gegenteil, man hat eine ethnische Frage daraus gemacht“, erinnert Mair.<BR /><BR />Konkret hatten sich damals die italienischen Koalitionspartner quergestellt. Eine umfassende Reorganisation des Wohnbauinstitutes sei ihr dennoch gelungen: Verwaltungsbefugnisse wurden vom Präsidenten auf den Generaldirektor übertragen und dessen Ernennung erfolgt im Einvernehmen mit der Landesregierung. <h3> Landesrätin Mair zeigt sich mäßig begeistert</h3>Der Verwaltungsrat übernimmt die primäre Aufgabe, im Rahmen seiner Zuständigkeiten die Umsetzung der strategischen Vorgaben und Zielsetzungen der Landesregierung sicherzustellen. Zudem wurde die Zusammensetzung des Verwaltungsrats angepasst, wodurch das Vorschlagsrecht einzelner Interessengruppen entfällt.<BR /><BR />Dennoch ist Mair mit dem nun vorgeschlagenen Dreizack nur bedingt glücklich: Sie sei „als zuständige Landesrätin verpflichtet, den Beschluss zur Ernennung des Verwaltungsrates in die Landesregierung zu bringen. Dieser institutionellen Verantwortung werde ich selbstverständlich nachkommen“. Gleichzeitig unterscheide sie „sehr klar zwischen dieser formalen Verantwortung und meiner politischen Überzeugung“, ließ sie gestern wissen. Denn nur zwei der vorgeschlagenen Mitglieder unterstützt Mair ausdrücklich, weil sie über die notwendigen fachlichen Voraussetzungen, Erfahrung und Kompetenz verfügten. <BR /><BR />„Die vorgesehene Besetzung des Präsidentenamtes entspricht nicht meinem Vorschlag und findet auch nicht meine politische Zustimmung. Das sage ich offen und transparent, ohne daraus eine persönliche Auseinandersetzung mit dem Betroffenen zu machen, den ich menschlich durchaus respektiere und wertschätze“, stellt Mair klar: „Es war, seitdem ich politisch tätig bin, mein Grundanliegen, dass bei Besetzungen die Fachkompetenz das Ausschlaggebende ist. Diesen Weg gehe ich konsequent. <BR /><BR />Für mich geht es ausschließlich um die Frage, nach welchen Kriterien eine so wichtige Funktion besetzt wird. Das WOBI trägt Verantwortung für tausende Mieter und verwaltet einen wesentlichen Teil des öffentlichen Wohnungsvermögens unseres Landes. Deshalb müssen bei seiner Führung für mich Fachkompetenz, Erfahrung und Eignung ausschlaggebend sein – und nicht parteipolitische Absprachen, die knapp drei Jahre her sind.“ Ihr Credo: „Das WOBI ist zu wichtig, um als Instrument für parteipolitische Postenbesetzungen zu dienen“.