Sonntag, 25. Oktober 2020

Neues Dekret am heutigen Sonntag: Der Entwurf – und in Südtirol?

Die Maßnahme, welche die Schließung von Restaurants, Bars, Eisdielen und Konditoreien werktags um 18 Uhr vorschreibt, bleibt. Außerdem soll der „Abend-Lockdown“ auf gesamtstaatlicher Ebene kommen. Die neuen Anti-Covid-Maßnahmen treten in Italien am 26. Oktober in Kraft und gelten bis zum 24. November, so sieht es der Entwurf vor. Auch in Südtirol sollen Anfang der kommenden Woche notwendige Maßnahmen erlassen werden.

Der Entwurf mit den neuen Anti-Covid-Maßnahmen, so die Regierung, sei in der Definitionsphase und könne noch geändert werden.
Der Entwurf mit den neuen Anti-Covid-Maßnahmen, so die Regierung, sei in der Definitionsphase und könne noch geändert werden. - Foto: © ANSA / Chigi Palace / US
Am Ende des Treffens zwischen Premierminister Giuseppe Conte, den Delegationsleitern und Minister Francesco Boccia ändert die Regierung ihre Haltung zu einer der von den Regionen am meisten angefochtenen Maßnahmen des nächsten Dekrets nicht: Lokale sollen um 18 Uhr schließen. Stattdessen ist es möglich, dass die Regierung Restaurants erlaubt, sonntags zum Mittagessen geöffnet zu bleiben.

Der Inhalt des Entwurfs

„Ab dem 26. Oktober 2020 werden die Tätigkeiten der Lokale (einschließlich Bars, Kneipen, Restaurants, Eisdielen, Konditoreien) an Sonn- und Feiertagen ausgesetzt; an den übrigen Tagen gelten die Öffnungszeiten von 5 Uhr bis 18 Uhr“. Dies ist in einem Entwurf des Dekrets vorgesehen, welches derzeit definiert wird und an dem die Regierung arbeitet. Der Entwurf sieht vor, dass nach 18 Uhr der Verzehr von Speisen und Getränken an öffentlich zugänglichen Orten verboten ist, während Catering mit Hauslieferung unter Einhaltung der Gesundheits- und Hygienevorschriften erlaubt ist.

„Coprifuoco“ („Abend-Lockdown“)

Um Arbeit und Bildung tagsüber aufrecht zu erhalten, soll auf gesamtstaatlicher Ebene ein „Abend-Lockdwon“ kommen. Die nächtliche Ausgangssperre soll von 21 oder 22 bis 5 oder 6 Uhr anhalten.

Dringende Empfehlung die Wohngemeinde nicht zu verlassen

Dem Text zufolge wird „allen Personen dringend empfohlen, sich nicht mit öffentlichen oder privaten Verkehrsmitteln in eine andere Gemeinde als die des Wohnsitzes, Wohnortes oder der Wohnung zu begeben, es sei denn, es besteht nachweislich Bedarf für Arbeit, Studium, aus gesundheitlichen Gründen, für Situationen der Bedürftigkeit oder zur Ausübung von Tätigkeiten oder zur Inanspruchnahme von Dienstleistungen, die in dieser Gemeinde nicht ausgesetzt und nicht verfügbar sind“.

Aussetzung von Theater, Kinos, Kasinos

„Die Aktivitäten von Spielhallen, Wett- und Bingohallen und Kasinos werden eingestellt. Die für die Öffentlichkeit zugänglichen Aufführungen in Theatern, Konzertsälen, Kinos und anderen Freilufträumen werden ausgesetzt“, so der erste Entwurf des Dekrets.

Präsenzunterricht in Grund- und Mittelschule

Die Lehr- und Bildungsaktivitäten für den ersten Bildungszyklus - Kindergarten, Grund- und Mittelschule - und für Bildungsdienste für Kinder werden weiterhin in Präsenz stattfinden. Die Oberschulen werden 75 Prozent des Unterrichts in digitaler Form abhalten und 25 Prozent in den Klassenzimmern.

Mögliche Schließung öffentlicher Plätze ab 21 Uhr

„Alle Straßen oder Plätze in den Stadtzentren, wo möglicherweise Menschenansammlungen entstehen, können nach 21 Situationen Uhr für die Öffentlichkeit geschlossen werden.“

Dies ist im ersten Entwurf des Dekrets vorgesehen, an dem die Regierung arbeitet. Der Entwurf mit den neuen Anti-Covid-Maßnahmen, so die Regierung, sei in der Definitionsphase und könne noch geändert werden.

Berichten zufolge wird auch der Betrieb von Turnhallen, Schwimmbädern und Spielhallen eingestellt.

Schärfere Maßnahmen auch in Südtirol?

Angesichts der steigenden Corona-Zahlen bespricht auch die Landesregierung das weitere Vorgehen in Südtirol. Der Landeshauptmann erklärte, dass es wohl notwendig sei, weitere Maßnahmen zu erlassen, um den aktuellen Infektionstrend zu brechen. Am Samstagabend fand bereits eine Sitzung der Landesregierung statt. Wie Kompatscher der Sonntagszeitung „Zett“ bestätigte, wolle die Landesregierung den Weg mitgehen, welcher bereits in der Regionenkonferenz beschlossen wurde. Was das konkret für Südtirol bedeutet werde am heutigen Sonntagvormittag in einer Sitzung der Landesregierung besprochen.

Einzelne Maßnahmen aus dem Dekret könnten also auch für Südtirol übernommen werden. Anfang der kommenden Woche sollen die notwendigen Maßnahmen erlassen werden. Die nächtliche Ausgangssperre soll in ganz Italien kommen – und wahrscheinlich auch in Südtirol.

ansa/jot