Dienstag, 13. Oktober 2020

Feiern nur im kleinsten Kreis, keine Ausflüge: Das Dekret zum Nachlesen

Stopp mit Schulausflügen und Feiern in der eigenen Wohnung mit mehr als 6 Gästen, Schluss mit Herumstehen vor Lokalen und Bars nach 21 Uhr: Um kurz vor 1 Uhr in der Nacht auf Dienstag haben Ministerpräsident Giuseppe Conte und Gesundheitsminister Roberto Speranza das Dekret mit den neuen Corona-Maßnahmen unterzeichnet.

Ministerpräsident Giuseppe Conte hat das neue Dekret unterzeichnet.
Ministerpräsident Giuseppe Conte hat das neue Dekret unterzeichnet. - Foto: © ANSA / GOVERNO.IT
Angesichts der zunehmenden Anzahl von Infektionen hatten die Präsidenten der 20 Regionen neue Zusätze im Dekret gefordert. Daraufhin tagte die Regierungsspitze um Premierminister Conte bis spät in die Nacht und verhandelte über Einzelheiten des neuen Dekrets.

Um kurz vor 1 Uhr wurde das neue Dekret, das nun für 30 Tage in Kraft ist, unterzeichnet.

Das Dekret vom 13. Oktober 2020 zum Nachlesen:



Private Feiern: Dringliche Empfehlung für maximal 6 Personen


Für Lokale und Restaurants wird eine Sperrstunde ab Mitternacht eingeführt. Nach 21 Uhr dürfen keine Gäste mehr vor Lokalen stehen, wie aus der Verordnung hervorgeht.

Diskotheken bleiben geschlossen, private Feiern wie Hochzeiten und Taufen dürfen mit nur maximal 30 Gästen stattfinden. Kongresse und Messen sind nach wie vor erlaubt.

Bei Feiern in der eigenen Wohnung spricht die Regierung in Rom die dringende Empfehlung aus, nicht mehr als 6 Gäste einzuladen. Wenn man Personen zu Hause empfängt, mit denen man nicht zusammenlebt, wird geraten, Mundschutz zu tragen.

Maskenpflicht im Freien, keine Schulausflüge

In der neuen Verordnung wird die Mundschutzpflicht im Freien bestätigt, laut Artikel 1 des Dekrets muss eine Maske stets mitgeführt werden. Joggen im Freien sowie Radfahren sind ohne Maske erlaubt. Ebenso ausgenommen von der Maskenpflicht sind Kinder unter 6 Jahren und Personen, die aus gesundheitlichen Gründen keine Maske tragen können.

Es bleibt weiterhin der Mindestabstand von einem Meter bestehen. Die Masken müssen sowohl Mund als auch Nase bedecken.

An Sportevents in Stadien sollen maximal 1000 Personen teilnehmen dürfen, Kontaktsportarten wie Fußball oder Basketball auf Amateurniveau sollen weiterhin für jene Vereine möglich sein, die bereits den Maßnahmenkatalog gegen die Verbreitung des Coronavirus' umgesetzt haben.

In Kinos und Theatern dürfen nach wie vor maximal 200 Personen sitzen, bei Freilichtevents werden weiterhin 1000 Zuschauer zugelassen.

Schulausflüge sind bis auf Weiteres untersagt. Einige Regionen hatten angesichts der steigenden Infektionszahlen eine Rückkehr aus dem Präsenz- in den Fernunterricht gefordert, was Bildungsministerin Lucia Azzolina jedoch sofort ablehnte, berichtet der „Corriere della Sera“.

Allerdings stelle der Schultransport, der vor allem die älteren Schüler transportiert, ein Problem dar, da es hier meist unmöglich ist, die Sicherheitsmaßnahmen einzuhalten.

Die Arbeit im Homeoffice wird wieder verstärkt empfohlen, das Dekret empfiehlt 70 Prozent.

Staatlicher Lockdown ausgeschlossen


Premier Giuseppe Conte schloss trotz steigender Zahlen von Infektionsfällen einen Lockdown auf gesamtstaatlicher Ebene aus.

„Wir haben hart gearbeitet, um einen neuen Lockdown im ganzen Land zu vermeiden“, sagte Conte. „Inzwischen haben wir die Krankenhäuser und das Gesundheitswesen gestärkt. Wir führen eine beeindruckende Zahl von Tests durch. Auch werden wir die Quarantäne für symptomfreie Infizierte von 14 auf 10 Tage reduzieren“, erklärte der Premierminister.

Sollte die Epidemiekurve weiter steigen, könnte es jedoch zu beschränkten Lockdowns kommen.

Die Gesundheitsbehörden haben am Montag einen leichten Rückgang bei den neuen Fällen verzeichnet, allerdings stieg die Zahl der Todesopfer. 4619 neue Infektionen wurden in 24 Stunden registriert, am Vortag waren es 5456 gewesen. Außerdem wurden 39 Todesfälle gemeldet, am Sonntag waren es 26. Die Zahl der Toten in Italien seit Beginn der Epidemie im Februar stieg somit auf 36.205.

Südtiroler Landesregierung prüft Verordnung


Die Landesregierung hatte im Vorfeld bereits mehrmals erklärt, man werde die neuen Regeln genau auf die Anwendbarkeit auf Südtirol prüfen.

Es gelte, vor allem die bestehenden Regeln gewissenhaft einzuhalten. Landeshauptmann Arno Kompatscher appellierte erneut an die Eigenverantwortung der Bürger.

apa/stol

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