Dienstag, 05. Mai 2015

Neues Flüchtlingsunglück im Mittelmeer

Die Serie der tödlichen Bootsunglücke im Mittelmeer reißt nicht ab. Jetzt sollen dutzende Flüchtlinge nach Informationen einer Hilfsorganisation ertrunken sein. Italien ist mit der Aufnahme der Migranten überfordert.

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Archivbild - Foto: © LaPresse

Bei einem neuen Flüchtlingsunglück im Mittelmeer sind nach Angaben einer Hilfsorganisation vermutlich Dutzende Menschen ertrunken. Überlebende hätten erzählt, dass etwa 40 Migranten von einem Schlauchboot ins Wasser gestürzt seien, sagte die Sprecherin von Save the Children, Giovanna Di Benedetto, der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag in Catania. Es könnten aber auch mehr sein, die genaue Zahl der Opfer sei nicht bekannt.

Auf dem Schlauchboot sei es vor Sizilien zu einem Notfall gekommen. Womöglich habe es eine Explosion gegeben.

Rund 200 Menschen überlebten

Die etwa 200 Überlebenden kamen am Dienstag im Hafen von Catania auf Sizilien an. Das Containerschiff „Zeran“ hatte sie von zwei Schlauchbooten aufgenommen. An Bord waren auch fünf Leichen.

Auch in anderen Häfen auf Sizilien und in Süditalien machten Schiffe mit Hunderten Migranten fest. Allein am vergangenen Wochenende waren mehr als 7000 Flüchtlinge im Mittelmeer gerettet worden.

Leiden unter Windpocken und Krätze

Etwa 150 Flüchtlinge wurden in der sizilianischen Stadt Augusta mit Verdacht auf Windpocken und Krätze isoliert, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Damit solle verhindert werden, dass sich Krankheiten ausbreiten. Auch in der Stadt Pozzallo wurden laut Ansa Migranten mit Krätze behandelt.

dpa

stol