Und noch eine Idee aus Rom: Der Staat will Häftlinge in aufgelassenen Kasernen unterbringen. Was sagen Land und Gemeinden zu diesem Vorschlag?<BR /><BR />Mit 107 Insassen platz das Bozner Gefängnis aus allen Nähten – gerade im Sommer ein untragbarer Zustand. Allein die unendliche Geschichte um einen Neubau nimmt kein Ende. In den 10 Jahren seit dem Zuschlag an die Baufirma Condotte geriet das Unternehmen in Schieflage, dann hatte Rom das Geld anderweitig ausgegeben und zuletzt hakte es an buchhalterischen Problemen. Inzwischen haben sich die Kosten von am Start von 70 Millionen Euro auf 140 Millionen verdoppelt. Zu viel, sagt der Staat und will abspecken.<BR /><BR />Dem Land sind wieder einmal die Hände gebunden. Es baut im Auftrag des Justizministeriums. „Wie groß das Gefängnis werden soll, legt der Staat und nicht wir fest“, sagt der Generalsekretär des Landes, Eros Magnago. Derzeit wartet alles auf ein Gutachten der Staatsadvokatur. Es soll abklären, welche Spielräume die öffentliche Hand überhaupt hat. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="928969_image" /></div> <BR /><BR />Immerhin hat Condotte einen Zuschlag für ein Großprojekt für 200 Insassen in 100 Zweibett-Zellen, Wohnungen für Aufsichtspersonal, Werkstätten sowie Führung auf 30 Jahre in der Tasche. Nachträglich den Rotstift am Projekt anzusetzen, kann zivilrechtliche Klagen nach sich ziehen – und die sich will weder der Staat und schon gar nicht das Land als Baumeister des Staates einholen.<BR /><BR />Mit dem Vorstoß von Justizminister Carlo Nordio, Häftlinge mit geringen Strafen in Kasernen auszulagern, ist hierzulande jedenfalls kein Staat zu machen. Ein geschlossenes Nein kommt von den Gemeinden, die für aufgelassene Kasernen bereits Bauprojekte für Wohnungen oder Schulen in Ausarbeitung haben.<BR /><BR />Ein Nein kommt auch vom Land. „Was der Staat mit seinen Kasernen macht, entscheidet Rom“, so Landesrat Massimo Bessone. Kasernen, die ans Land übergegangen sind wie z.B. die „Huber“ in Bozen, seien aber erstens schon für Vorhaben der Gemeinden reserviert. „Zweitens sind sie oft in miserablem Zustand und es macht keinen Sinn, sie um viel Geld für Häftlinge zu sanieren, um sie dann in 10 Jahren vielleicht doch wieder abzureißen“, so Bessone. <BR /><BR />