„WOW“ ist die Abkürzung für „Ways Open for Women“, also „Wege offen für Frauen“. Das Pilotprojekt startete im vergangenen Herbst. „Es kommt gut an“, sagt Verena Hilpold, Mitarbeiterin der Koordinationsstelle Berufliche Weiterbildung (siehe Kurz-Interview).<h3> Der Wunsch: Sich beruflich weiterentwickeln</h3> Zehn Frauen zeigten Interesse, darunter Nataliia Rubanska (44) aus der Ukraine. Im Februar 2022 floh sie mit ihren zwei Töchtern vor dem Krieg, um in Südtirol neu anzufangen. Auch dank der Unterstützung vieler hat sie sich hierzulande gut eingelebt. „Die Organisation ‚Frauen helfen Frauen‘ hat mir immer wieder neue Perspektiven geboten. Sie hat mich bei der Suche nach einer Wohnung unterstützt und mich auf das ‚WOW‘-Projekt aufmerksam gemacht“, erzählt sie.<BR /><BR />Drei Jahre lang war sie im Gastgewerbe tätig. Doch jetzt will die 44-Jährige dazulernen und wachsen. In ihrer Heimat war sie leitende Angestellte in einer Bank. „WOW“ zeigt Frauen mit Migrationshintergrund, die sich in schwierigen Alltagssituationen befinden und Gewalt erlebt haben, einen Weg: Können sie mit ihrer Ausbildung hierzulande arbeiten? Welche beruflichen Erfahrungen haben sie bereits gesammelt? <h3> Theorie und Praxis werden miteinander verknüpft</h3>Manche haben die Schule nur eine kurze Zeit besucht, andere, wie Nataliia Rubanska, ein Studium absolviert. Bei „WOW“ werden Theorie und Praxis miteinander verknüpft: Zunächst wurden die Teilnehmerinnen im Unterricht auf den Einstieg in die Arbeitswelt intensiv vorbereitet.<BR /><BR /> Auf dem Programm standen dabei u. a. das Training sozialer Kompetenzen und die Erstellung eines aussagekräftigen Lebenslaufs, sei es in deutscher oder italienischer Sprache. Im Februar beginnt das Ausbildungs- und Orientierungspraktikum. Für manche kann dies der erste Schritt in einen besseren Job sein, für andere ein „Reinschnuppern“ und die Motivation, einen (neuen) Beruf zu erlernen.<h3> Ukraine: Härtester Winter seit Kriegsbeginn</h3>Eine Rückkehr in die Ukraine kommt für Rubanska nicht infrage. „Ich möchte meinen Töchtern eine sichere Zukunft bieten“, sagt sie. Für ihre Heimat hat sie nur einen Wunsch: Frieden. Jeden Abend schaut die Familie die ukrainischen Nachrichten, verfolgt die Geschehnisse. Wegen der massiven russischen Angriffe auf Energieanlagen haben Hunderttausende weder Strom noch Heizung – und das bei Schneefall, Frost und nächtlichen Temperaturen von bis zu minus 20 Grad. „Ich bete und hoffe, dass der Krieg endet und dass die russischen Truppen die Ukraine verlassen.“<BR /><BR /><h3> 3 Fragen an Verena Hilpold*</h3><b>Was ist das Ziel von „WOW“?</b><BR />Verena Hilpold: Für die Teilnehmerinnen eröffnen sich die unterschiedlichsten Möglichkeiten, einen kleinen Schritt in ein besseres und sicheres Leben zu machen. Wir fördern ihre persönlichen, beruflichen und sozialen Kompetenzen. Im Mittelpunkt steht auch ein Praktikum, bei dem wir die Frauen begleiten. Zudem versuchen wir, so vernetzt wie möglich zu arbeiten. Bei Bedarf vermitteln wir beispielsweise Frauen mit Studienabschluss an die zuständigen Behörden für die Anerkennung ausländischer Studienabschlüsse.<BR /><BR /><embed id="dtext86-73216703_quote" /><BR /><BR /><b>Was ist herausfordernd?</b><BR />Hilpold: Die Frauen haben eine unterschiedliche Herkunft und sprechen viele Sprachen. Dadurch kann die Kommunikation im Theorieunterricht herausfordernd sein. Auch die Überwindung organisatorischer Schwierigkeiten, z. B. bei der Kinderbetreuung, stellt für einige Frauen ein Problem dar.<BR /><BR /><b>Wie erfolgreich läuft das Projekt „WOW“?</b><BR />Hilpold: Die Initiative läuft bis Ende April. Danach werden wir ein Fazit ziehen, aber wir können jetzt schon sehen, dass es gut ankommt. Falls die finanziellen Mittel vorhanden sind, könnte überlegt werden, das Projekt fortzusetzen. <BR /><BR /><i>*Verwaltungsinspektorin und Psychologin</i>