„Es kann nicht sein, dass den Bozner Bürgern und Betrieben ein nicht zukunftsfähiges Müllsystem von oben aufgezwungen wird, ohne dass sie sich an der Entscheidung beteiligen können. Wir hoffen, dass Bozens Bürgermeister und die zuständigen Assessoren nun endlich auf die Verbesserungsvorschläge eingehen werden“, erklärte Walther Andreaus, Geschäftsführer der Verbraucherzentrale. System bringt Unannehmlichkeiten Laut Verbraucher und Wirtschaft bringt das neue System für die Betriebe und vor allem für die Bürger eine ganze Reihe von Unannehmlichkeiten.Unter anderem sieht das neue Müllsystem vor, dass die derzeit auf der Straße befindlichen Müllcontainer durch kleinere Container in den Häusern ersetzt werden. Die derzeit 3900 Container werden durch ca. 18.000 kleinere ersetzt, die in den jeweiligen Häusern stehen und zweimal pro Woche zu eigenen Sammelstellen auf der Straße gebracht werden müssen. „Kleiner sind die neuen Container nur im Verhältnis zu jenen auf der Straße; sie sind größer als jene für den Biomüll, was für einige Schwierigkeiten beim Hin- und Rücktransport zur Sammelstelle sorgt: was passiert etwa, wenn ältere Bürger den Container bei vereisten Straßen zur Sammelstelle bringen möchten?“, so die Kritiker.„Da für die Entsorgungsfahrzeuge mehr Fahrten anfallen werden, dürfte dies auch zu verstärkten Problemen bei der Mobilität führen, abgesehen von den 400 Parkplätzen, die verschwinden werden, um für die Sammelstellen Platz zu machen“, sind sich Verbraucher und Wirtschaft einig. Verbesserungsvorschläge noch nicht beachtetDie Verbesserungsvorschläge, die im Rahmen eines Expertentisches von Wirtschaftsverbänden, Gewerkschaften und der Verbraucherzentrale unterbreitet wurden, wurden bis dato jedoch nicht beachtet, beklagten die Vertreter der Verbände, Gewerkschaften und der Verbraucherzentrale.Insbesondere wurde die Einführung eines Müllsammelsystems mit unterirdischen Müllbecken nach dem Beispiel von Brixen und Leifers vorgeschlagen. „Diese Tonnen werden mit elektronischen Chip-Karten oder mit besonderen Schlüsseln bedient“, erklärten die Vertreter.Weitaus gerechteres SystemEin solches System würde dem Verursacherprinzip weitaus mehr gerecht werden als das von der Stadtverwaltung beschlossene. Zudem bringe es eine Reihe weiterer Vorteile – das Hin- und Herbringen der Tonnen entfällt, die Müllentsorgung ist praktisch geruchlos, die Verkehrsbelastung wird deutlich verringert, usw. – mit sich, sind sich die Vertreter sicher.