Ein Pflegefall in der Familie kann von heute auf morgen die gesamte Situation eines Arbeitnehmers auf den Kopf stellen. Das Letzte, was – meist Frau – jetzt brauchen kann, ist der Verlust des Arbeitsplatzes, das Beste hingegen: Unterstützung und unkomplizierte Informationen.<BR /><BR /> ASAA-Präsident Ulrich Seitz schwebt daher ein neu entwickeltes Verfahren mit sogenannten „Demenz-Pflegelotsen“ vor. Pflegelotsen sind Beschäftigte eines Unternehmens mit einer Qualifizierung zum Thema Vereinbarkeit von Pflege und Beruf. Sie kennen betriebliche Vereinbarkeitslösungen und gesetzliche Regelungen. <BR /><BR /><BR />Sie bieten pflegenden Kolleginnen und Kollegen erste Orientierung zum Thema Pflege an und können weitere Hilfe über den Arbeitgeber vermitteln. Diesbezüglich können auch praktische Sach- und Pflegeleistungen ins Spiel kommen, die gemeinsam mit der Wirtschaft auf die Beine gestellt werden. „Pflegelotsen tragen so zu einer pflegesensiblen Unternehmenskultur und somit auch zur Fachkräftesicherung und -gewinnung bei“, betont der ASAA-Präsident.<h3> Idee hat sich im benachbarten Ausland bereits bewährt</h3>Die Idee ist nicht neu, sondern hat sich vielmehr im benachbarten Ausland bereits bewährt, weiß Ulrich Seitz nach einem Austausch mit Firmen, die eine solche Figur schon eingesetzt haben. Er ist überzeugt, auch für Südtirol ein neues Mitarbeiternetzwerk „Arbeiten und Pflegen“ aktivieren zu können. <BR /><BR />Ein solches soll hierzulande im Zusammenspiel mit Betrieben unterschiedlicher Größenordnung Fuß fassen. „Pflege ist nämlich keine karitative Freundlichkeit, sondern entwickelt sich zusehends zur Kernverantwortung engagierter Unternehmer. In einer Zeit des Fachkräftemangels ist es uns ein Anliegen, Vorgesetzte zu motivieren, für betroffene Mitarbeiter im Rahmen der betrieblichen Möglichkeiten flexible und individuelle Lösungen zu finden. Das führt zu einem Mehrwert für alle“, meint Seitz. <BR /><BR />Interessierte Betriebe können sich für das neue Pilotprojekt ab sofort bei info@asaa.it oder über die Grüne Nummer 800660561 melden. Der Verein Alzheimer Südtirol übernimmt die entsprechende Schulung.