Montag, 18. Januar 2021

Neues Unglück in Norwegen: Hüttenbrand kostet 4 Kindern das Leben

Weniger als 3 Wochen nach dem verheerenden Erdrutsch in der Nähe von Oslo muss Norwegen mit einer erneuten Tragödie mit mehreren Todesopfern fertig werden. Bei einem nächtlichen Brand in einer abgelegenen Hütte im Norden des skandinavischen Landes sind am Wochenende fünf Menschen ums Leben gekommen.

4 Minderjährige verloren bei dem Brand ihr Leben.
4 Minderjährige verloren bei dem Brand ihr Leben. - Foto: © APA/afp / -
Unter den Todesopfern sind 4 Minderjährige im Alter zwischen 10 und 15 Jahren. Im Fall des Erdrutsches von Gjerdrum wurde die Suche nach 3 verbliebenen Vermissten am Montag unter erschwerten Voraussetzungen und nach längerer Unterbrechung fortgesetzt – bislang erfolglos.

Der tödliche Hüttenbrand hatte sich in der Nacht zum Samstag in einer kleinen Gemeinde im hohen Norden des Landes ereignet. Ein Mann konnte sich als einziger aus den Flammen retten, ehe er kilometerweit barfuß zu Nachbarn lief, die den Notruf alarmierten. Die Polizei fand später 5 Leichen in der niedergebrannten Hütte. „Mit schwerem Herzen stellen wir nun fest, dass dieser Brand 5 Menschenleben gefordert hat“, schrieb sie am Sonntagabend.

Am Montag kam dann eine traurige Gewissheit hinzu: Unter den 5 Toten sind wie befürchtet 4 Minderjährige. Neben einer 40-jährigen Frau starben ein 10-jähriges Mädchen, ein 12-Jähriger sowie 2 weitere Jungen im Alter von 15 Jahren. Die Frau war nach Angaben des Rundfunksenders NRK die Mutter von zweien der Kinder, der überlebende Mann der Vater der anderen beiden.

Tödlichster Brand seit über 12 Jahren

Es handelte sich um den tödlichsten Brand in Norwegen seit mehr als 12 Jahren. Die Ursache für das Feuer ist noch unklar. Die Polizei geht von einem Unglück aus. Der tragische Vorfall steht in krassem Kontrast zu der friedlichen und bildschönen Gegend, in der er passierte: Die Hütte stand in der Gemeinde Andøy auf der Inselgruppe Vesterålen, die unmittelbar neben den Lofoten liegt. Von den Lofoten stammten auch die 5 Todesopfer und der Mann, der sich retten konnte.

Knapp 1000 Kilometer weiter südlich unternahmen die Einsatzkräfte nach dem Erdrutsch in der Gemeinde Gjerdrum einen neuen Anlauf, die Überreste von drei weiterhin vermissten Menschen zu finden. Nach fast 2-wöchiger Unterbrechung wurde die Suche am Montagvormittag wieder aufgenommen, um das teils instabile Gebiet zielgerichtet nach den dreien abzusuchen. Dabei handelt sich um 2 Frauen im Alter von 49 und 50 Jahren sowie ein 13-jähriges Mädchen. Dichter Nebel stellte die Suchmannschaften in der verschneiten Gegend jedoch vor Probleme.

Zu dem Hunderte Meter langen und breiten Erdrutsch war es am 30. Dezember in der kleinen Gemeinde nordöstlich von Oslo gekommen. Die Erdmassen hatten mehrere Häuser zerstört, mindestens 10 Menschen waren verletzt worden. 10 weitere Menschen galten daraufhin als vermisst. An den ersten 3 Tagen des neuen Jahres hatten die Rettungskräfte sieben davon tot gefunden, darunter ein 2-jähriges Mädchen mit seinem Vater und seiner schwangeren Mutter sowie 4 weitere Tote im Alter von 29 bis 69 Jahren. Die Hoffnung, die verbliebenen 3 Vermissten lebend zu finden, war 6 Tage nach dem Abgang schließlich aufgegeben worden.

dpa

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