Freitag, 20. Dezember 2019

Flugrettung mit neuester Technik zur Suche von Lawinenverschütteten

Kommt es zu einem Lawinenunglück am Berg zählt jede Sekunde. Eine schnelle Lokalisierung des Verschütteten bildet deshalb die wichtigste Grundlage einer jeder Rettungsaktion im Gelände. Die Flugrettung in Südtirol setzt dabei auf modernste Ortungstechnik und hat kürzlich alle 3 Notarzthubschrauber mit einer neuen und mobilen Empfangsantenne für Lawinenverschütteten-Suchgeräte (LVS) ausgestattet.

Die Besatzungen werden laufend in das neue Antennen-System an Bord der Notarzthubschrauber eingewiesen. Erst kürzlich fand eine Übung auf der Villanderer Alm statt. - Foto: © Flugrettung Südtirol
HAS457-2 Helicopter Antenna System: So nennt sich das moderne Gerät des Schweizer Unternehmens Girsberger Elektronik AG, über das die Flugrettung Südtirol seit kurzer Zeit für den Einsatz bei Lawinenabgängen verfügt. Das System ermöglicht es, mittels eines Helikopters eine sehr schnelle Suche und Lokalisierung von in einer Lawine verschütteten Personen durchzuführen, welche mit einem sogenannten Lawinenverschütteten-Suchgerät (LVS) ausgerüstet sind.

Dabei fliegt der Hubschrauber mit einer Geschwindigkeit von rund 15 Kilometern pro Stunde über die Lawine. Wird eine verschüttete Person lokalisiert, kann die Stelle mittels Wurfkörper markiert werden. Anschließend werden die Bergrettungsmannschaften für die Feinsuche und Befreiung mit der Winde abgeseilt oder direkt am Boden abgesetzt. Sowohl Pelikan 1 und 2 als auch Aiut Alpin Dolomites haben das Gerät in den Wintermonaten immer an Bord.

Ortung erfolgt schnell und ohne unnötiges Risiko für Retter

„Eingesetzt wird das Gerät vor allem dann, wenn größere Lawinen abgegangen sind oder eine erhöhte Gefahr von Nachlawinen herrscht. Dadurch werden alarmierte Bergrettungseinheiten nicht unnötigen Risiken ausgesetzt und die Ortung des Verschütteten kann trotzdem schnell erfolgen“, betont HELI-Direktor Ivo Bonamico.

Zufrieden mit der neuen Ausrüstung ist auch Primar Dr. Marc Kaufmann vom Betrieblichen Dienst für Rettungs- und Notfallmedizin des Südtiroler Sanitätsbetriebs: „Die Flugrettung in Südtirol setzt bereits seit vielen Jahren auf mobile Empfangsantennen und konnte damit in der Vergangenheit immer wieder Lawinenverschüttete orten. Das HAS457-2 bildet aber eine deutliche Weiterentwicklung, da das System wesentlich kompakter ist und die Reichweite verbessert wurde.“


stol