Nach einem feierlichen Einzug zum Stiftsplatz begrüßte Bezirksmajor Florian Lechner im Namen des Organisationskomitees alle Teilnehmer und Ehrengäste. Unter ihnen waren Kulturlandesrat Philipp Achammer, die Landtagsabgeordneten Waltraud Deeg und Harald Stauder, Senatorin Julia Unterberger, die Bürgermeister von Vahrn und Brixen, Andreas Schatzer und Andreas Jungmann, der Prälat des Klosters Neustift, Eduard Fischnaller, und Altlandeshauptmann Luis Durnwalder. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1053855_image" /></div> <BR /><BR />Besondere Aufmerksamkeit bei der Begrüßung widmete Florian Lechner Martha Ebner, der Nichte von Kanonikus Michael Gamper, die selbst in ihrer Kindheit bei der Ausbildung der Lehrerinnen im Bozner Marieninternat als „Versuchsschülerin“ eingesetzt wurde.<h3> Katakombenschulen anschaulich dargestellt</h3> „Die Ausstellung erzählt auf fundierte und zugleich anschauliche Weise von den Katakombenschulen im faschistisch unterdrückten Südtirol. Mutige Lehrer, vor allem Lehrerinnen, unterrichteten in diesen geheimen Schulen die Kinder in ihrer Muttersprache“, sagte Prälat Eduard Fischnaller. In der Ausstellung konnte er auch die Namen seiner 2 Großtanten ausfindig machen, die als Lehrerinnen in Katakombenschulen tätig waren.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1053858_image" /></div> <BR /><BR />Bürgermeister Andreas Schatzer betonte die Bedeutung von Bildung und Sprache. „Dass damals im Unterricht nur Italienisch gesprochen wurde, führte zu einem völligen Bruch im Bildungssystem. Die jungen Schüler verstanden die Lehrerinnen nicht, und umgekehrt war die Kommunikation ebenso schwierig“, meinte Schatzer. <h3> „Sie haben mit ihrem Einsatz den Untergang der deutschen Sprache verhindert“</h3>Dass sich in dieser schwierigen Zeit mutige Menschen zusammentaten und trotz der Gefahr von Geldstrafen, Freiheitsentzug oder Verbannung heimlich Deutschunterricht erteilten, sei ihnen auch heute noch hoch anzurechnen, betonte er.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1053861_image" /></div> <BR /><BR />Landesrat Philipp Achammer zitierte den Philosophen George Santayana mit den Worten: „Wer sich nicht der Vergangenheit erinnert, ist dazu verurteilt, sie zu wiederholen.“ „Genau aus diesem Grund sind Projekte wie dieses von großer Bedeutung, um zu verhindern, dass sich ein vergleichbares Szenario in der Zukunft wiederholt“, unterstrich Achammer. Er fügte hinzu, dass durch solche Initiativen das Bewusstsein für die Wichtigkeit der Autonomierechte gestärkt werde.<BR /><BR />Roland Seppi, Landeskommandant des Südtiroler Schützenbundes, schlug vor, den 500 Frauen und Männern für ihren Einsatz symbolisch nachträglich das Verdienstkreuz des Landes Tirol zu verleihen. „Sie haben mit ihrem Einsatz den Untergang der deutschen Sprache verhindert. Diese Ehrung wäre angemessen“, sagte Seppi.<h3> „Katakombenlehrerinnen Verdienstkreuz verleihen“</h3>Von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni wünsche er sich eine Entschuldigung für die damalige Unterdrückung der Südtiroler, um die Gerüchte über ihre vermeintliche Nähe zum Faschismus auszuräumen.<BR /><BR />Die Eröffnungsansprache von Major Martin Robatscher, dem Kulturreferenten des Südtiroler Schützenbundes, enthielt eine deutliche Warnung: „Früher mussten wir um die deutsche Schule kämpfen und im Verborgenen die deutsche Sprache lehren. Heute verzichten wir teilweise freiwillig auf unser Recht, aus falscher Toleranz und missverstandener Weltoffenheit“, erklärte er.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1053864_image" /></div> <BR /><BR /> „Ob dieser Weg richtig ist und dem Vermächtnis der Katakombenlehrerinnen gerecht wird, bleibt jedoch fraglich“, fügte der Major hinzu.Die Ausstellung in der Engelsburg von Kloster Neustift ist bis zum 17. August 2024 von Montag bis Samstag jeweils von 10.30 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Für Gruppen ab 10 Personen werden kostenlose Führungen angeboten. Besucher dürfen sich auf Kurzfilme, Audio- und Videoaufnahmen, Schautafeln und originale Dokumente freuen.