Donnerstag, 09. Juni 2016

Nicht gemeldete Kundgebung - Casapound setzt auf Hauptverfahren

Casapound-Chef Andrea Bonazza, der Bozner Stadtviertelrat Davide Brancaglion und 5 weitere Personen zahlen weder Bußgeld noch beantragen sie Probezeit: Rechtsanwalt Federico Fava setzt auf ein Hauptverfahren.

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Archivbild - Foto: © STOL

Fava hat die Verteidigung mit seinen Kollegen Alessandro Osler und Miki Eritale über. Ihren Mandanten wird eine nicht angemeldete Kundgebung am 12. August 2014 vor dem Siegesdenkmal zur Last gelegt.

Zuerst wollten alle Probezeit mit Sozialarbeit beantragen, jetzt geht nur mehr einer diesen Weg – mit dem Vorteil, dass die Straftat danach erlischt. Eine Angeklagte war im Vorfeld von Richter Carlo Busato freigesprochen worden. Darauf hoffen nun auch die anderen: Verteidiger Federico Fava kündigte am Mittwoch an, dass sich seine Mandanten für den Prozess entschieden haben.

Er will beweisen, dass „das gar keine Kundgebung und somit auch nicht meldepflichtig war: 2 Personen hatten die Tricolore dabei, andere ein paar Flugzettel gegen den Ring mit Leuchtschrift – das war alles. Es gibt keinen Straftatbestand.“

Auch 17-Jährigen angegriffen? 

Wie berichtet, wird Brancaglion auch vorgeworfen, im Jänner in Bozen einen 17-Jährigen tätlich angegriffen zu haben; andere stehen wegen des jüngsten „Marsches“ zum Bozner Rathaus im Visier – auch hier wegen Verdachts auf eine nicht gemeldete Veranstaltung.

Die Option, Sozialarbeit in Probezeit zu leisten, ist – einmal in Anspruch genommen – aber für künftige Verfahren verwirkt.

D/rc

stol