Mittwoch, 08. November 2017

Nicht nur HIV-Test sondern auch Impfungen für alle Migranten?

Nicht zuletzt seit der Impfdebatte sind Rechte und Pflichten im Gesundheitsbereich in aller Munde. Doch wie steht es mit dem Migranten, die nach Südtirol kommen und Aufnahme erhalten? Viele zeigen mit dem Finger auf sie, wenn es um Durchimpfungen oder andere Gesundheitsrisiken geht.

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Foto: © shutterstock

"Impfpflicht für Einwanderer als Voraussetzung für den Zugang zu Dienstleistungen." So nennt sich der Antrag, den der Abgeordnete Alessandro Urzí in den Landtag eingebracht hat. Er zielt in der Impfdebatte auf eine Ausweitung der gesetzlichen  Verpflichtungen. 
Der Landtag möge die Landesregierung verpflichten, sich dafür einzusetzen, dass die Impfpflicht in Südtirol nicht nur für Kinder im Vorschul- und Schulalter eingeführt wird, um die sozialpädagogischen Dienste in Anspruch nehmen zu dürfen, sondern auch für Migranten als Voraussetzung für den Zugang zu den Aufnahmeleistungen, so das Begehren. 
“Um den Herdenschutz zu erreichen wäre es wichtig, nicht nur die neugeborenen italienischen Staatsbürger, sondern auch die Migranten zu impfen oder zumindest über die Impfmöglichkeit zu informieren", betont Urzí. 

Alle Impfungen bis 16 Jahren

Für die Asylbewerber in den Aufnahmezentren gebe es eine klare Prozedur, auch zu den Impfungen, so Landesrätin Martha Stocker. Jugendliche bis 16 hätten demnach alle Impfungen durchzuführen, die auch für Inländer gelten. Bei der Aufnahme werde auch bei Erwachsenen eine genaue gesundheitliche Überprüfung gemacht, es werde auch erhoben, welche Impfungen nachzuholen seien.

Alle über 12 würden zudem einem HIV-Test unterzogen.

Die Überprüfung sei eines, die Impfung wieder etwa anderes, meinte Urzí. Er bat um Vertagung seines Antrags, um einige Präzisierungen vornehmen zu können.

stol

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