In ihrer Einführung zum Vortragsabend sagte Bezirkspräsidentin Monika Reinthaler unter anderem, dass die Konsumenten von Alkohol und Drogen zunehmend jünger werden und sich das Problem von der Oberschule auf die Mittelschule verlagere. Auch Selbstverletzungen und psychische Probleme hätten stark zugenommen. „Und deshalb steht die Frage nach dem Warum im Raum“, sagte Reinthaler. <BR /><BR />Referent Lukas Schwienbacher betonte, dass er die Gewalt nicht kleinreden möchte, ein sachlicher Zugang zu dem Thema sei aber sehr wichtig. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="959224_image" /></div> <BR /><BR />„Steigt die Gewaltbereitschaft unter jungen Menschen? Darauf gibt es keine eindeutige Antwort, es gilt Hintergründe zu durchleuchten, denn nur dies erlaubt uns, Gewaltbereitschaft vorzubeugen“, sagte Schwienbacher. Es gebe mehrere Formen von Gewalt: Die instrumentelle Gewalt, wie Mord, Selbstverletzung oder Suizid. Zu der emotionalen Gewalt zählen Ausgrenzung, Abwertung, Demütigung und Zwang. Rassismus oder Mobbing fallen unter die strukturelle Gewalt. All dies erzeugt Verletzung, Leid, Schmerzen, Angst Hilflosigkeit und letztendlich Wut.<BR /><BR /> Mittlerweile steige zwar die Sensibilisierung gegenüber Gewalt, auch die Anzeigebereitschaft nehme zu, sagte Schwienbacher, was sicher auch durch Medien und Social Media beeinflusst werde – denn dadurch wird alles gegenwärtig und sichtbarer. „Niemand wird gewalttätig geboren“ sagt Schwienbacher. „Es ist sehr wichtig, auch junge gewalttätige Menschen anzuzeigen, dies kann eine Chance für die Person sein, sich damit auseinanderzusetzen und dagegenzuwirken“, ist Schwienbacher überzeugt. <BR /><BR /><embed id="dtext86-62022408_quote" /><BR /><BR />Die Frage, ob die Gewalt vorwiegend junge Menschen mit einem bestimmten „kulturellen Background“ betreffe, sei falsch formuliert. Vielmehr gelte es nach den Risikofaktoren zu fragen. „Die Zunahme von Jugendgewalt tritt vor allem dort auf, wo soziale Bedingungen ungünstig sind. Von Menschen gemachte Umstände können auch von Menschen geändert werden“, sagte der Referent. <BR /><BR />In einer regen Diskussion nach dem Vortrag ging es um Deeskalation und Konfliktmanagement und um die Frage, ob nicht harte Konsequenzen besser seien als ständige Verwarnungen. <BR /><BR />Bürgermeister Peter Volgger betonte, dass man Jugendlichen mit einer positiven Einstellung gegenübertreten soll. Peter Volgger: „Denn der Großteil der Jugendlichen ist toll!“<BR /><BR /><BR />