Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC schätzt das Risiko einer Ansteckung mit dem Nipah-Virus für Europäer nach zwei nachgewiesenen Fällen in Indien als sehr gering ein. <BR /><BR />Eine Einschleppung des Virus durch Reisende sei zwar nicht auszuschließen, aber unwahrscheinlich, teilte die in Stockholm ansässige Behörde am Donnerstag mit. Da Flughunde, die das Virus übertragen, in Europa nicht vorkommen, sei auch das Risiko einer Weiterverbreitung nach einer möglichen Einschleppung niedrig.<BR /><BR />In Indien waren zuvor zwei Infektionen im Bundesstaat Westbengalen bekanntgeworden. Den indischen Behörden zufolge handelt es sich um Mitarbeiter desselben Krankenhauses. 196 Kontaktpersonen wurden ermittelt, die jedoch alle negativ auf das Virus getestet wurden. <BR /><BR />Südostasiatische Länder wie Singapur, Thailand und Malaysia haben ihre Einreisekontrollen verschärft. <h3> Zahlen und Fakten zum Nipah-Virus</h3>Das Nipah-Virus ist ein hochgefährlicher Erreger, der ursprünglich von Tieren auf Menschen übertragen wird (Zoonose). Als natürlicher Wirt gelten Flughunde. Menschen infizieren sich meist durch den Verzehr von Früchten, die mit Speichel oder Urin infizierter Tiere verunreinigt sind, oder durch engen Kontakt zu infizierten Zwischenwirten wie Schweinen. Auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist möglich.<BR /><BR />Die Erkrankung ist besonders gefürchtet, da sie schwere Gehirnentzündungen (Enzephalitis) und akute Atemwegsprobleme auslösen kann. Da es aktuell weder eine Impfung noch eine Heilung gibt, verläuft die Infektion in vielen Fällen tödlich.<BR /><BR /><b>Sterblichkeitsrate:</b> Die WHO schätzt, dass zwischen 40 und 75 Prozent der Infizierten sterben. Damit ist Nipah deutlich tödlicher als die meisten anderen bekannten Viren.<BR /><BR /><b>Todesopfer weltweit:</b> Seit der Entdeckung des Virus im Jahr 1998 sind insgesamt etwa 450 bis 500 Menschen an den Folgen gestorben. Dass die absolute Zahl der Todesopfer im Vergleich zu anderen Krankheiten relativ niedrig ist, liegt vor allem daran, dass das Virus bisher nur in regionalen Clustern auftritt und (noch) nicht leicht genug von Mensch zu Mensch übertragbar ist, um eine weltweite Pandemie auszulösen.<BR /><BR /><b>Vorkommen:</b> Ausbrüche treten bisher lokal begrenzt in Süd- und Südostasien auf, insbesondere in Malaysia, Singapur, Bangladesch und Indien.