Dienstag, 25. August 2015

„No Credit“: Wozu soll das gut sein?

Bis Ende Oktober werden die Plakate "No Credit" noch entlang von Südtirols Hauptrouten zu sehen sein. In Anbetracht der zahllosen Unfälle von Motorradfahrern in diesem Jahr kommen einmal mehr Zweifel an der Sinnhaftigkeit und dem Erfolg der Sensibilisierungskampagne auf. Der Disput.

Sensibilisierungskampagne „No Credit“: Der Landtagsabgeordnete Walter Blaas hegt Zweifel am Erfolg der Werbeschilder.
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Sensibilisierungskampagne „No Credit“: Der Landtagsabgeordnete Walter Blaas hegt Zweifel am Erfolg der Werbeschilder. - Foto: © LPA

Sie sollen Verkehrsteilnehmer - allen voran Motorradfahrer - zu einem rücksichtsvollen, vorausschauenden Fahrstil anhalten, um schlimme Folgen zu vermeiden. Laut Mobilitätslandesrat Florian Mussner werden die Plakate der Sensibilisierungskampagne "No Credit" noch bis zum Ende der Motorradsaison zu sehen sein - sprich bis etwa Ende Oktober.

Kampagne kostet heuer 80.000 Euro

"Trotzdem ist ein Ansteigen von Verkehrsunfällen zu beobachten", beanstandet nun der Landtagsabgeordnete Walter Blaas. Auch zumal die Gesamtkosten für die laufende Kampagne vonseiten der Landesregierung mit 80.000 Euro beziffert werden. Sie werden von der Abteilung Straßendienst getragen.

"Ausgehend von einer Unfallstatistik mit 28 Motorradtoten 2005 wurden verschiedene Aktionen zur Unfallverringerung gestaltet. In der Zwischenzeit liegt die Zahl der tödlich verunglückten Motorradfahrer zwischen zehn und 20", argumentiert Mussner für die Kampagne und deren nachweislichen Erfolg.

Werbeschild einer griechischen Bank?

Doch damit gibt sich Blaas nicht zufrieden. Ihm kommen berechtigte Zweifel am Erfolg der neuen Kampagne, auch "zumal die englischsprachigen Schilder und Plakate eher einem möglichen Werbeschild einer griechischen Bank gleichen als dass sie eine klare Botschaft für die Verkehrsteilnehmer vermitteln". 

Nicht nur der Spruch "No credit‘ wirke befremdlich und vermittele nicht auf Anhieb eine verständliche Botschaft, sondern auch die Tatsache, dass die Landessprachen vergebens gesucht werden. Blaas ortet darin eine klare Missachtung der Zweisprachigkeitspflicht, die mit öffentlichen Mitteln finanziert wurde.

Sprachlich für alle verständlich?

Mussner kontert dahingehend, er Slogan sei mittlerweile fixer Bestandteil der Kampagne und für jedermann verständlich. Ziel sei es gewesen, einen möglichst kurzen, für jede Sprachgruppe verständlichen Wortlaut auszuwählen. Immerhin müsse der Slogan auch von einer Vielzahl an ausländischen Motorradfahrern verstanden werden.  

Dem entgegnet Blaas in Bezug auf künftige Kampagnen: Sollte wieder eine ähnliche Kampagne gestartet werden, so müsse auf die Landessprachen bestanden werden. Immerhin komme eine überwiegend große Anzahl der Motorradfahrer in Südtirol ja aus dem deutschen Sprachraum. 

stol/ker

stol