Einige TV-Journalisten wurden von Aktivisten der sogenannten „No TAV“-Bewegung angegriffen. Mehrere Autos wurden in Brand gesetzt.Die Proteste hatten am Montag begonnen, nachdem eine Erweiterung der Baustelle für die Errichtung der Hochgeschwindigkeitstrasse angekündigt worden war.Das Vorhaben wird von „No TAV“-Gegnern im Susa-Tal bereits seit mehreren Jahren heftig bekämpft. Dort hatten vorbereitende Arbeiten schon Ende Juni begonnen.Die geplante Trasse soll den europäischen Bahnkorridor von Lissabon nach Kiew schließen. Kernstück wird ein 57 Kilometer langer Basistunnel sein, mit Stationen auf italienischer und französischer Seite, wurde in Rom mitgeteilt. Die Demonstranten befürchten Eingriffe in die Natur.Die Bürgermeister des Susa-Tals verlangten am Mittwoch die Unterbrechung der Bauarbeiten wegen den Protestaktionen der letzten Tage. Man müsse eine Zuspitzung der Lage verhindern.37-jähriger No TAV-Aktivist kämpft um sein Leben Inzwischen kämpft ein 37-jähriger No TAV-Aktivist, der aus Protest gegen die Erweiterungsarbeiten der Baustelle im Susa-Tal auf einen Strommast geklettert war und am Montag nach einem Stromschlag aus 15 Meter in die Tiefe gestürzt war, um sein Leben.Sein Zustand sei stabil aber kritisch, teilten die Ärzte des Turiner Krankenhauses mit, in das der Aktivist eingeliefert wurde.Passera: Bauarbeiten müssen fortgesetzt werden Die Regierung Monti signalisiert kaum Dialogbereitschaft mit den Demonstranten.„Die Bauarbeiten sind im Gange und müssen fortgesetzt werden“, meinte Infrastrukturminister Corrado Passera in einer Ansprache vor dem Parlament in Rom. Innenministerin Annamaria Cancellieri appellierte an die Demonstranten im Susa-Tal, jegliche Form von Gewalt zu verwerfen. „Die Protestaktionen dürfen niemals ausarten“, meinte die Ministerin.