Donnerstag, 19. November 2015

Noch ein Dorf wird Flüchtlinge aufnehmen

Die Neuigkeiten aus Bozen treffen St. Ulrich relativ unvermittelt. Bis vor kurzem befand sich die Gemeinde noch im Wahlkampf, kreiste um sich selbst. Nun, so sieht es der Plan von Soziallandesrätin Martha Stocker und ihrem Abteilungsleiter Luca Critelli vor, soll sich St. Ulrich um andere kümmern.

Flüchtlinge am Bozner Bahnhof: Die Landeshauptstadt soll als erste Adresse für Flüchtlinge entlastet werden, das Land nimmt immer mehr die Gemeinden ins Gebet. Auch St. Ulrich soll nun Asylantragsteller aufnehmen.
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Flüchtlinge am Bozner Bahnhof: Die Landeshauptstadt soll als erste Adresse für Flüchtlinge entlastet werden, das Land nimmt immer mehr die Gemeinden ins Gebet. Auch St. Ulrich soll nun Asylantragsteller aufnehmen.

Als das Land vor Monaten nach möglichen Flüchtlingsunterkünften im Land gesucht hatte – zum einen um die Menge der Flüchtenden zu bewältigen, zum anderen um Bozen als Hotspot zu entlasten –, hatte unter anderem ein Privater aus St. Ulrich seine Immobilie angeboten. Das Land hat das Gebäude nun unter die Lupe genommen und für gut befunden: Die Immobilie sei in einem guten Zustand, die 25 Asylantragsteller können einziehen.

Zu allen weiteren Details schweigt sich Luca Critelli, Direktor der Abteilung Soziales, aus: Das Gebäude liege „in St. Ulrich“, sagt er, mit "einigen Zimmern und einigen Aufenthaltsräumen". Demgemäß sei das Gebäude für den vorgesehenen Zweck gut geeignet. Kommen die Flüchtlinge noch in diesem Jahr? Das könne er nicht genau sagen.

Critelli verweist lieber auf die Bürgerversammlung am 25. November. Dort würden die Bürger die nötigen Informationen aus erster Hand bekommen. Nur so viel: Zum heutigen Tage sei die Wahrscheinlichkeit groß, dass es sich bei den Bewohnern vorwiegend um Männer aus Zentralafrika handeln werde.

Angebote aus anderen Gemeinden

Auch in weiteren Gemeinden sollen Asylantragsteller untergebracht werden. Laut Abteilungsdirektor Luca Critelli liege dem Land von Seiten Privater „eine Menge an Angeboten“ vor. Welche Gemeinden betroffen sind, will Critelli auf Anfrage nicht sagen.

Aktuell leben in Südtirol 875 Asylantragsteller. Sie sind derzeit in zwölf Aufnahmeeinrichtungen in den Gemeinden Bozen, Meran, Mals, Tisens, Vintl, Pfitsch und Bruneck untergebracht. Auch Brixen und Kastelruth werden in den kommenden Tagen 12 bzw. 19 Asylantragsteller aufnehmen. In der Gemeinde Eppan sind hingegen noch die Anpassungsarbeiten für die Errichtung von 52 Plätzen in der ehemaligen "Mercantikaserne" im Gange. 

stol

stol