Samstag, 07. September 2019

Nordtirol: 3 Bergsteiger in Gletscherspalte gestürzt

In den Ötztaler Alpen in Nordtirol sind am Freitagnachmittag 3 Bergsteiger aus Deutschland etwa 10 Meter in eine Gletscherspalte abgestürzt. Dabei zog sich ein 50-jähriger Alpinist lebensgefährliche Verletzungen zu, denen er in der Nacht in der Innsbrucker Uni-Klinik erlag. Seine beiden Begleiter wurden ebenfalls verletzt, teilte die Polizei mit. Sie wurden in einer stundenlangen Rettungsaktion unter schwierigsten Bedingungen geborgen.

Aufgrund des schlechten Wetters mussten die Rettungskräfte auf einer Seehöhe von rund 3200 Meter abgesetzt werden und von dort zu Fuß zur Unfallstelle aufsteigen. - Foto: ZoomTirol
Aufgrund des schlechten Wetters mussten die Rettungskräfte auf einer Seehöhe von rund 3200 Meter abgesetzt werden und von dort zu Fuß zur Unfallstelle aufsteigen. - Foto: ZoomTirol

Die drei Bergsteiger im Alter zwischen 50 und 52 Jahren gehörten einer zunächst fünfköpfigen Gruppe an, die von der Breslauer Hütte aus zur Wildspitze (3768 Meter) aufstieg. 2 der Alpinisten brachen die Tour allerdings noch unterhalb des Mitterkarjochs (3468 Meter) ab und kehrten zur Breslauer Hütte zurück.

Das verbleibende Trio erklomm den Gipfel der Wildspitze und nahm anschließend den Abstieg über den Nordwestgrat in Richtung Taschachferner-Gletscher in Angriff. Noch bevor die 3 angeseilten Männer das Gletscherbecken erreicht hatten, stürzten sie aber aus unbekannter Ursache zunächst mehrere Meter weit über eine Firnflanke in eine Gletscherspalte und dort noch weitere zehn Meter ab.

Per Handy Kameraden erreicht

Einer der Verunglückten konnte per Handy die beiden Kameraden in der Breslauer Hütte erreichen, die sofort die Rettungskräfte alarmierten. Bei schwierigsten Wetterbedingungen war es allerdings nicht möglich, die Retter bis zur Unglücksstelle zu fliegen. Sie mussten auf einer Seehöhe von rund 3200 Meter abgesetzt werden und von dort zu Fuß zur Unfallstelle aufsteigen.

Nach ihrer Bergung wurden die verletzten Bergsteiger in Gebirgstragen über den Gletscher und anschließend zum Mittelbergjoch (2419 Meter) gebracht. In weiterer Folge konnten die drei Deutschen mit Pistenraupen bzw. der Mittelbergjochbahn ins Tal gebracht werden. Der lebensgefährlich verletzte 50-Jährige wurde in die Universitätsklinik Innsbruck eingeliefert, wo er in der Nacht zum Samstag starb. Seine beiden Begleiter wurden ins Krankenhaus Zams gebracht.

apa

stol