Am vergangenen Samstag und Sonntag kam es in den Gemeindegebieten von Nußdorf-Debant und Oberlienz zu Rissereignissen auf Heimweiden. Dabei wurden insgesamt zwölf tote und sechs verletzte Schafe durch den zuständigen Amtstierarzt begutachtet, ein weiteres verletztes Schaf musste aufgrund der Schwere der Verletzungen notgetötet werden. <h3> Risse in unmittelbarer Nähe zum Siedlungsraum </h3>Zudem wurden sieben Schafe als abgängig gemeldet. Bei den begutachteten Rissereignissen besteht der konkrete Verdacht auf einen Wolf als Verursacher. Die Untersuchungen ergaben, dass diese Risse in unmittelbarer Nähe zum Siedlungsraum stattfanden.<BR /><BR /><BR />„Die wiederholten Rissereignisse in unmittelbarer Nähe zum Siedlungsraum zeigen, dass dieser Wolf seine Scheu vor Menschen verloren hat, was eine zunehmende Gefahr für die Sicherheit darstellt.In solchen Fällen müssen wir rasch handeln, um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten“, betont Landeshauptmannstellvertreter Josef Geisler. <h3> „Herdenschutzmaßnahmen bieten keinen 100-prozentigen Schutz“ </h3>„Jeder Nutztierriss durch einen großen Beutegreifer ist zudem ein schwerer Verlust – wirtschaftlich wie auch emotional. Diese Rissereignisse zeigen einmal mehr, dass auch Herdenschutzmaßnahmen keinen hundertprozentigen Schutz bieten.“<BR /><BR />Die neue Abschussverordnung ist gestern in Kraft getreten und gilt für die Dauer von acht Wochen. Die betroffene Jägerschaft wurde bereits informiert, heißt es in einer Aussendung des Landes. <BR /><BR />Die Abschussverordnung, die Mitte September nach den Rissen von fünf Schafen im Gemeindegebiet von Leisach (Bezirk Lienz) unterzeichnet worden war, wurde in der Nacht auf gestern von der Jägerschaft erfüllt. <BR /><BR />Das erlegte Tier wird nach Innsbruck an die AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) gebracht und dort untersucht. „Es hat sich wieder einmal gezeigt, dass rasches Handeln unverzichtbar ist. Mein Dank gilt vor allem auch der Osttiroler Jägerschaft“, betont LHStv Geisler.<BR /><BR />Heuer wurden im Bundesland Tirol 26 Abschussverordnungen für einen Wolf erlassen. Mit der gestern kundgemachten Verordnung sind davon ab heute noch sieben Abschussverordnungen für einen Wolf aufrecht. Vier davon im Bezirk Innsbruck-Land, zwei im Tiroler Unterland und eine im Bezirk Lienz. Sechs Abschussverordnungen konnten im heurigen Jahr von der Jägerschaft erfüllt werden.<h3> Schaf gerissen – Bär genetisch nachgewiesen </h3> Schließlich teilte das Land die Ergebnisse von Laboruntersuchungen nach dem Schafsriss im Gemeindegebiet von Nauders unweit vom Reschenpass. Demnach konnte ein Bär genetisch nachgewiesen werden. <BR /><BR />Mitte September war ein totes Schaf bei Nauders aufgefunden worden. Die Ergebnisse der genetischen Untersuchungen von Tupferproben, die im Zuge der Begutachtung des Rissereignisses entnommen wurden, haben nun einen Bären als Verursacher bestätigt, heißt es in der Aussendung. <BR /><BR />Abseits dieser Meldung liegen der Behörde derzeit keine neuen Meldungen über Sichtungen vor. Ergebnisse von genetischen Untersuchungen zu weiteren Rissereignissen sind noch ausständig.