Montag, 18. Januar 2021

Timmelsjoch-Hochalpenstraße: Motorradmuseum ausgebrannt

In Hochgurgl im Nordtiroler Ötztal ist in der Nacht auf Montag im Motorradmuseum „Top Mountain Motorcycle Museum“ bei der Timmelsjoch-Mautstation nahe der Grenze zu Südtirol ein Großbrand ausgebrochen. Vom Museum und den wertvollen Ausstellungsstücken blieb nur Asche.

Nur Rauch, Asche und Zerstörung sind vom beliebten Motorradmuseum geblieben. - Foto: © ZOOM.TIROL / ZOOM.TIROL
Gegen 4.40 Uhr wurden die Einsatzkräfte gerufen, bestätigte ein Sprecher der Polizei Medienberichte gegenüber der österreichischen Nachrichtenagentur APA.

Als die Feuerwehren eintrafen, brannte bereits die Zwischendecke des Museums. Kurz darauf wurde das gesamte Museum, das sich auf eine Seehöhe von über 2000 Metern befindet, von den Flammen erfasst.

Die Einsatzkräfte gingen nicht davon aus, dass Menschen verletzt wurden, allerdings ist der Sachschaden erheblich. Die Brandursache war zunächst unklar. Aufgrund des in Österreich derzeit herrschenden Lockdowns waren alle Bereiche des Museums gesperrt.




Motorradmuseum 2016 eröffnet

Der Sammlerleidenschaft von Alban und Attila Scheiber war es zu verdanken, dass am beliebten Alpenpass zwischen Nord- und Südtirol ein neues Highlight entstand. Die Zwillingsbrüder verwirklichten zielstrebig ihre Idee des multifunktionalen Top Mountain Cross Point, der Mautstation, Restaurant, 10er-Gondelbahn und als Herzstück das Motorradmuseum umfasst. Im Jahr 2015 feierte die Kirchenkarbahn ihre Jungfernfahrt, zeitgleich empfing auch das mit zahlreichen Motorrad-Accessoires aufwartende Restaurant die ersten Gäste. Parallel zum Skibetrieb liefen bis zur Eröffnung im April 2016 die Arbeiten für das Top Mountain Motorcycle Museum.

„Früher sind wir schnell gefahren, heute eher Genussfahrer“, beschrieb Attila Scheiber damals das Faible für historische Maschinen, welches er mit seinem Bruder teilt. Aus sporadischen Ankäufen entwickelte sich in den vergangenen Jahren eine der herausragendsten Sammlungen Österreichs.

Bei der Eröffnung des höchstgelegenen Motorradmuseum Europas im April 2016 gab es mehr als 200 Motorräder zu sehen, die 102 verschiedene Marken repräsentieren. „Jede Marke und alle Motorräder werden detailliert beschrieben“, erklärte Scheiber damals gegenüber dem Tagblatt „Dolomiten“.

3000 Quadratmeter Ausstellungsfläche

Zu den Höhepunkten zählten eine Brough Superior aus dem Jahr 1939, die der legendäre Konstrukteur selbst gefahren haben soll. Auch die 1905er Laurin & Klement (Vorgänger-Unternehmen von Skoda) ließen die Herzen von Zweirad-Nostalgikern höher schlagen. Hinzu kamen Stücke mit Seltenheitswert wie eine Zweizylinder-Indian von 1912 oder die MV Augusta von Rekordweltmeister Giacomo Agostini.

Die Ausstellung auf 3.000 Quadratmeter führte die Besucher auf eine Weltreise, gegliedert nach Ländern und Marken. Die Palette der Kostbarkeiten umfasst beispielsweise Modelle von A.J.S., BMW, DKW, Ducati, Harley-Davidson, Henderson, Honda, Indian, Matchless, Megola, Military, Motoguzzi, Münch, Norton, NSU, Sunbeam, Triumph, Vincent und Zündapp. Auch Freunde exklusiver Autos finden in Hochgurgl rare Schätze wie einen Ferrari Californian Spider, einen Porsche Speedster, den Lotus 23 B oder jenen Alfa Romeo der 1936 die legendäre Mille Miglia gewann.



apa/stol