Das rund 20 Monate alte Mädchen spielte gerade auf einem Bauernhof in der norwegischen Region Tröndelag, als es plötzlich von einem Steinadler angegriffen wurde. „Der Adler tauchte aus dem Nichts auf“, berichtet ihr Vater gegenüber dem norwegischen Sender „NRK“. Die Mutter eilte ihrer Tochter sofort zu Hilfe: Sie stürzte sich auf den Greifvogel und hielt ihn fest. „Sie musste kämpfen, damit er losließ“, berichtet der Vater weiter. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1071078_image" /></div> <h3> Adler kommt immer wieder zurück</h3>Ein Nachbar habe ebenfalls einschreiten müssen, wie die deutsche Tageszeitung „Bild“ berichtet. Das Tier ließ schließlich von dem Mädchen ab. Mit Stöcken hielten Mutter und Nachbar den Steinadler auf Abstand, dieser sei jedoch „immer wieder zurückgekommen“, schildert der Vater. Das Gesicht des kleinen Mädchens wurde bei dem Angriff zerkratzt, außerdem musste es am Hinterkopf genäht werden. Der Steinadler wurde erlegt.<h3> Einer von 4 Angriffen in 5 Tagen</h3>Dieser Adler-Angriff auf einen Menschen ist einer von 4, die sich innerhalb von 5 Tagen in Norwegen abgespielt haben, wie die „Bild“ berichtet. Die Angriffe sollen sich in verschiedenen Teilen Norwegens ereignet haben, weshalb es sich vermutlich um 4 verschiedene Adler handeln dürfte – alle 4 Adler seien Jungtiere und unter einem Jahr alt gewesen.<BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-66480270_quote" /><BR /><BR /><BR />Warum aber attackiert ein Adler einen Menschen? Müssen auch wir hier im Land Angst vor Adler-Attacken haben? Vogelexperte Florian Gamper kennt die Antworten. Seit 1998 leitet der Falkner das Pflegezentrum für Vogelfauna auf Schloss Tirol.<h3> Müssen wir uns vor Adler-Angriffen in Acht nehmen?</h3>„Dass ein Adler einen Menschen angreift, ist mehr als ungewöhnlich. In so einem Fall müssen viele zufällige Faktoren zusammenspielen“, erklärt Gamper. „Die genauen Umstände der Angriffe kenne ich nicht, aber ich kann mir vorstellen, dass die Adler in einer absoluten Notlage waren: unterernährt und als Jungvögel bei Kälteeinbruch völlig auf sich alleine gestellt zum Beispiel.“<BR /><BR />Normalerweise zählen größere Säugetiere zu den Beutetieren von Adlern. Größere Adler wie der Steinadler fressen hauptsächlich Murmeltiere, daneben ernähren sie sich auch von Füchsen, anderen Vögeln, bis hin zu Gamskitzen und Aas. Steinadler sind die stärksten Greifvögel im Alpenraum, mit ihren Krallen können sie messerstichartige Verletzungen hinterlassen.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1071081_image" /></div> <h3> Mäusebussard-Angriffe in Mitteleuropa</h3>Adler-Angriffe auf Menschen seien dem Experten hier im Land jedoch keine bekannt. „Bis auf einen Mäusebussard-Angriff im Wipptal vor einigen Jahren, sind mir in den rund 30 Jahren, die ich auf Schloss Tirol arbeite, keine Angriffe von Greifvögeln auf Menschen zu Ohren gekommen“, kann der Falkner beruhigen. Besonders in Mitteleuropa komme es häufiger vor, dass Mäusebussarde Menschen in ihrem Brutgebiet attackieren. Besonders, wenn diese in Bewegung sind, wie Jogger oder Radfahrer.<h3> Das Wappentier mit Fassung tragen</h3>Unter normalen Umständen passiere so etwas jedoch nicht. „Hier in Südtirol braucht sich kein Mensch darüber Sorgen zu machen, von einem Adler oder Greifvogel angegriffen zu werden. Der Adler ist unser Wappentier, wir sollten ihn mit Fassung tragen.“