Donnerstag, 20. Dezember 2018

Notaufnahme Bozen: 2019 bringt zahlreiche Verbesserungen

Die Notaufnahme im Krankenhaus Bozen ist eine der größten in Italien: Hier werden in etwa gleich viele Leistungen erbracht wie zum Beispiel in jener von Bologna oder Mailand. Mit mehreren Neuerungen soll sie nun im neuen Jahr noch weiter verbessert werden.

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Foto: © STOL

Rund 90.000 Patienten suchen jährlich die Notaufnahme des Krankenhauses Bozen auf. Dadurch steht sie - wie alle großen Einrichtungen des Landes - vor den üblichen Problemen: Lange Wartezeiten, Fachkräftemangel sowie für Patienten undurchsichtige Abläufe.

In enger Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der Abteilung wurde nun ein Maßnahmenpaket geschnürt, das schnell umsetzbar ist sowie rasch Ergebnisse bringen soll.

Service-Point in Bozen für Betreuungskontinuität

Einerseits wird ein Bereitschaftsdienst für die allgemeinmedizinische Versorgung angeboten, immer dann, wenn die Hausärzte nicht im Dienst sind. Konkret bedeutet das, dass an Werktagen von 20 bis 8 Uhr sowie Freitag bis Montag um 8 Uhr morgens dieser Dienst gerufen oder aufgesucht werden kann.

An den Wochenenden wird zudem ein Ambulatorium in Leifers und Eppan angeboten, an dem auch Visiten durchgeführt werden. Solch eine Außenstelle soll ab spätestens Mai 2019 auch in Bozen angeboten werden, genauer in den Poliambulatorien im Krankenhaus, als Alternative zur Notaufnahme. Diese soll so entlastet werden.

Erhöhung der Betten in Kurzzeit-Beobachtung

In der Kurzüberwachungsstation werden weniger kritische, aber doch überwachungsbedürftige Patienten im Auge behalten. Es handelt sich um Fälle, die entweder innerhalb von 36 Stunden stationär aufgenommen oder entlassen werden. So sollen nicht notwendige Aufnahmen vermieden werden, aber auch verfrühte Entlassungen. Derzeit hat Bozen 6 Betten in dieser Station. Im Maßnahmenpaket wurde nun eine Aufstockung auf 3 bis 6 Betten mehr vereinbart.

„Schnellzugang“ für einfachere Fälle

Patienten, die sich nicht in einem kritischen Zustand befinden, sollen künftig in einer Zone der Nicht-Dringlichkeiten rasch behandelt werden. Diese „Fast-Track“-Leistungen betreffen jeweils einen bestimmten Fachbereich während der normalen Öffnungszeiten der Poliambulatorien. Derzeit gibt es diese Leistungen im Bereich der HNO, Zahnheilkunde, Gynäkologie und Augenheilkunde, weitere sollen nun folgen.

Schnellerer Zugang für „fragile“ Patienten

Patienten, die aufgrund ihres Alters, ihrere sozialen Situation oder aufgrund ihres Gesundheitszustandes zwar nicht kritisch sind, aber dennoch nicht stundenlang warten können - ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen oder auch Kleinkinder - sollen künftig auf der Grundlage von festgelegten Protokollen ebenfalls einen schnelleren Zugang erhalten.

Personalaufstockung

Um die beschlossenen Maßnahmen umzusetzen, müssen 3 zusätzliche Stellen im klinischen Bereich genehmigt werden. Dann kann auch ein 2. ärztlicher Turnus in den Nachtstunden garantiert werden sowie ein Zusatzarzt an den Wochenenden.

Verteilung einfacherer Fälle auf andere Notaufnahmen des Landes

Eine weitere Maßnahme soll bewerkstelligen, künftig besser ausloten zu können, ob und wann Transporte mit verunfallten Patienten auch andere Krankenhäuser ansteuern können, natürlich immer vorausgesetzt, dass die Pathologie und Kritizität des Patienten dies erlauben.

Videoüberwachung

Im kommenden Jahr soll eine Videoüberwachung installiert werden, um die Sicherheit von Mitarbeitern sowie Patienten und Besuchern zu erhöhen. Innerhalb Jänner soll hierfür das notwendige Datenschutz-Reglement ausgearbeitet werden.

Strafen

Wie berichtet treten ab Mai 2019 Strafen für jene Menschen in Kraft, die in die Notaufnahme kommen, obwohl sie auch beim Hausarzt Hilfe suchen könnten. Bei Kodizes blau oder grün (also nicht dringend) stehen künftig 35 Euro an, hinzu kommt bei nicht ticketbefreiten Patienten die Ticketquote von 15 Euro.

mySabes-App: Anzahl der Patienten in Notaufnahme in Echtzeit

Mithilfe einer App sollen zudem künftig Patienten leichter die Kontaktdaten der Abteilungen und Dienste einsehen können, außerdem die häufigsten Vormerkzeiten, Kontakte zum Bereitschaftsdienst sowie geöffnete Apotheken. Außerdem soll auch die Anzahl der sich in der Notaufnahme befindlichen Personen in Echtzeit abgebildet werden, unterschieden nach Krankenhäusern, Kategorien und Fachrichtungen. So soll den Personen die Möglichkeit gegeben werden, gegebenenfalls auf eine andere Notaufnahme auszuweichen.

stol/liz

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