Denn in vielen Ländern gelten seit vielen Jahren andere Notrufnummern, die im Bewusstsein der Menschen verankert sind.Auch in Italien ist die 112 nicht die offizielle Notrufnummer: Ruft ein ausländischer Tourist in Not die 112 an, landet er nicht bei einer Notrufzentrale, sondern bei den Carabinieri.Einzige Ausnahme: Die Lombardei. Denn dort läuft ein Pilotprojekt. In der Region ersetzt die 112, bis heute in Italien der direkte Draht zu den Carabinieri, bereits die anderen bekannten Notfallnummern 118 (Notrufzentrale), 113 (Polizei) und 115 (Feuerwehr).Laut Manfred Brandstätter, Leiter der Landesnotrufzentrale, wird in Südtirol die 112 auf absehbare Zeit nicht als Notrufnummer eingeführt.„Bei uns gibt es nach wie vor eine Übergangslösung“, so Brandstätter gegenüber STOL.112-Pilotprojekt in Lombardei gestartetDenn die 112-Einführung in der Lombardei sei ein Pilot-Projekt. „Dieses wurde bereits 2010 gestartet“, so Brandstätter.So sei in der Lombardei die 112 als Rettungs-Callcenter eingerichtet worden: „Bei der 112 laufen alle Notrufe ein und werden an die zuständigen Zentralen weitergeleitet“, so Brandstätter.Auch in der Emilia Romagna und in Sizilien soll das 112-Projekt demnächst starten.Kein 112-Callcenter in Südtirol: „Die politische Entscheidung fehlt“Von einem 112-Callcenter hierzulande ist man hingegen noch weit entfernt. „Wir haben diesbezüglich keinen Plan, aus dem einfachen Grund, dass die Regierung noch keine Entscheidung getroffen hat.“Zwar liefen die Pilot-Projekte recht gut und würden auch laufend ausgewertet.Doch die politische Entscheidung lasse auf sich warten: „Mit der Regierungskrise und so weiter müssen wir nun erst schauen, wie es weitergeht. Italien hat sicher andere Probleme, um die es sich kümmern muss.“Südtirol nach wie vor bei „soluzione ponte“Bis dahin werde Südtirol wohl bei seiner „soluzione ponte“ bleiben: „Gehen bei den Carabinieri Sanitätsnotrufe ein, werden diese umgehend an die 118 weitergeleitet“, erklärt Brandstätter.„Als Übergangslösung funktioniert das recht gut“, so der Primar. Doch eine definitive Lösung sehe anders aus.Brandstätter: „Früher oder später kommt die 112“„Früher oder später wird es sowieso auf die 112 hinauslaufen“, ist Brandstätter überzeugt.Wird die 112 dann eingeführt, bedeute dies jedoch keinesfalls das Aus für die anderen Nummern: „Wenn ich 118 oder 115 oder eine andere Notrufnummer wähle, werde ich direkt zum 112-Callcenter weitergeleitet. Dieses wiederum leitet den Notruf sofort an die zuständigen Zentralen weiter.“pas/pg