Montag, 07. Dezember 2015

NSU-Prozess: Bricht Beate Zschäpe am Dienstag ihr Schweigen?

Im Münchner Prozess um die Taten der rechtsextremen NSU-Terrorzelle will die Hauptangeklagte Beate Zschäpe Angaben zu allen Anklagepunkten machen. Das sagte ihr Verteidiger Mathias Grasel dem Bayerischen Rundfunk. Er werde in ihrem Namen eine Erklärung verlesen, in der es darum gehe, was Zschäpe gewusst habe und worin sie involviert gewesen sei.

Die mutmaßliche Neonazi-Terroristin Beate Zschäpe will umfassend aussagen.
Die mutmaßliche Neonazi-Terroristin Beate Zschäpe will umfassend aussagen. - Foto: © APA/EPA

Die mutmaßliche Neonazi-Terroristin Beate Zschäpe will im NSU-Prozess nach Angaben ihres Verteidigers Mathias Grasel Angaben zu allen Anklagepunkten machen. Grasel will die Erklärung voraussichtlich in dieser Woche verlesen, womöglich bereits an diesem Dienstag.

„Diese Erklärung wird sich mit allen angeklagten Punkten beschäftigen, und wir werden da auf jeden einzelnen Punkt eingehen“, sagte der Verteidiger am Montag dem Bayerischen Rundfunk. Grasel ist erst seit August Zschäpes Anwalt und hat ihr zugeraten, ihr bisheriges Schweigen zu brechen. 

In den bisherigen zweieinhalb Jahren des Prozesses hatte Zschäpe eisern geschwiegen. Sie folgte damit der Strategie ihrer drei anderen Verteidiger Wolfgang Heer, Wolfgang Stahl und Anja Sturm. 

Er sei zu der Überzeugung gelangt, dass „Schweigen hier nicht mehr die richtige Strategie ist, sondern dringend eine Erklärung geboten ist“, erklärte Grasel.

Der 40-jährigen Beate Zschäpe wird u.a. Mittäterschaft an allen zehn NSU-Morden vorgeworfen.

dpa

stol