Freitag, 22. April 2016

Null-Euro-Mieter sollen zumindest eine Kleinigkeit zahlen

In Südtirol zahlen 943 Sozialmieter für ihre WOBI-Wohnung keinen einzigen Euro an Miete - 250 davon sind Ausländer. Die Freiheitlichen forderten am Freitag diesbezüglich eine Mindestmiete von 50 Euro für alle.

3732 Mieter zahlen bis zu 100 Euro ans Wobi, 943 zahlen nichts.
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3732 Mieter zahlen bis zu 100 Euro ans Wobi, 943 zahlen nichts. - Foto: © APA/EPA

Im benachbarten Trentino gibt es bekanntlich keine Null-Euro Mieten mehr, seit die dortige Landesregierung eine Monats-Mindestmiete von 25 Euro eingeführt hat. Dies wurde nun auch für Südtirol gefordert. 

Die Situation der Sozialmieter im Land stellt sich laut letzten Zahlen so dar: 

Die monatliche Durchschnittsmiete einer WOBI-Wohnung liegt bei 192 Euro. Diese Zahlen gehen aus der Beantwortung meiner Landtagsanfrage 1822/16 durch Landesrat Christian Tommasini hervor.

"Wenn die 943 Mieter (Stand 22. Juni 2015) allein 50 Euro im Monat zahlen würden, wären dies 565.800 Euro im Jahr, eine Summe mit der locker zwei bis drei neue Wohnungen bereitgestellt oder mehrere saniert werden könnten", forderten nun die Freiheitlichen. 

 Denn: Was nichts kostet, ist auch nichts wert. 

Steuerbonus fürs Wohnen ohne Miete zu zahlen?

Auch der Umstand, dass Personen, die überhaupt keine Miete bezahlen, den gegenständlichen Steuerbonus in Höhe von 900 Euro in Anspruch nehmen können, hat bei der Bevölkerung -zumal bei Arbeitnehmern und Mindestrentnern - für böses Blut gesorgt. 
"Die bestehende Schieflage könnte wiederum dadurch verbessert werden, dass die Null-Euro-Mieten abgeschafft werden und dass jeder Mieter einer Sozialwohnung zumindest einen kleinen Beitrag leistet", hieß es.

stol 

stol