Maximal 15.000 Skifahrer pro Tag, weniger Tageskarten und ein deutlicher Rückgang bei Unfällen: Zwischen Weihnachten und Dreikönig wurde in Madonna di Campiglio erstmals eine Zutrittsgrenze getestet. Die Bilanz fällt laut Betreibern positiv aus<BR /><BR /><b>In Südtirol wird ein Bluff vermutet, denn vom gesetzten Limit – 15.000 – seien alle Saison- und Wochenkarten ausgeschlossen gewesen?</b><BR />Bruno Felicetti: Auf keinen Fall! Anhand der Statistiken der letzten Jahre haben wir die Zutritte geschätzt und eine reduzierte Anzahl von Tageskarten zum Verkauf freigegeben – die Differenz eben zur Obergrenze.<BR /><BR /><b>Wie fällt das erste Fazit dieser Aktion aus?</b><BR />Felicetti: Die Obergrenze galt an neun Tagen. Wir haben die Zutritte im Durchschnitt um sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr reduziert; am Spitzentag erreichten wir sogar 18 Prozent.<BR /><BR /><b>Wie war die Akzeptanz?</b><BR />Felicetti: Dieser Initiative war eine Umfrage im letzten Winter vorausgegangen. Dabei wurde festgestellt, dass unsere Skigäste mit der Situation angeblich spürbar unzufriedener waren, wenn sich mehr als 15.000 Menschen auf den Skipisten tummeln – und das war in Madonna an einigen Spitzentagen, vor allem in der Ferienzeit, der Fall. Die Auswertung der Zahlen zwischen Weihnachten und Dreikönig hat die Umfrage vollauf bestätigt.<BR /><BR /><b>Inwiefern?</b><BR />Felicetti: Wie gesagt, wir hatten durch die Zugangsbegrenzung im Schnitt sieben Prozent weniger Skifahrer auf den Pisten. Aber – auch die Anzahl der Skiunfälle war an den neun zutrittsbegrenzten Tagen im Schnitt um fünf Prozent rückläufig. Das ist beachtlich. Wir konnten zudem feststellen, dass zugleich die Liftfahrten zugenommen haben.<BR /><BR /><b>Warum war das der Fall?</b><BR />Felicetti: Wir sind noch bei der genauen Auswertung der Fahrten, aber wir können davon ausgehen, dass es weniger Wartezeiten an den Liften gab, auf den Pisten mehr Platz war und alles ruhiger und gemütlicher abgelaufen ist. Was die Gäste im Vorjahr in der Umfrage als ein Gefühl wiedergegeben hatten, wird durch die Zahlen bestätigt.<BR /><BR /><b>Wie hat die Kommunikation funktioniert, wussten die Kunden Bescheid?</b><BR />Felicetti: Da gab es keine Probleme. Wir haben zum Teil weniger als 2.000 Tageskarten in den Verkauf gegeben – noch dazu online. Die Tagesgäste wussten von der Aktion, über die ja viel berichtet wurde. Sie haben sich darauf eingestellt und wussten, dass an bestimmten Tagen eben kein Platz mehr frei ist. Es hat funktioniert.