Dienstag, 10. November 2020

Italien erklärt Südtirol zur roten Zone

Der italienische Gesundheitsminister Speranza hat Südtirol die rote Karte gezeigt. Ab dem morgigen Mittwoch darf niemand mehr die Provinzgrenze ohne triftigen Grund übertreten. Alle weiteren Einschränkungen sind in Südtirol bereits durch die Landesverordnung geregelt.

Der italienische Gesundheitsminister Roberto Speranza hat Südtirol nun auch für Italien auf rot gestellt.
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Der italienische Gesundheitsminister Roberto Speranza hat Südtirol nun auch für Italien auf rot gestellt. - Foto: © ANSA / ANGELO CARCONI / Z4Z
Nachdem Südtirol am vergangenen Mittwoch überraschender Weise noch als gelbe Zone eingestuft wurde, ist nun eingetreten, was Experten und Politiker schon angenommen hatten: Auch Italien hat Südtirol als rote Zone eingestuft.

Nach der Einstufung am Mittwoch hatte es heftige Kritik gehagelt, weil diese anhand von völlig überholten Zahlen vom 25. Oktober vorgenommen worden war. Auch für Landeshauptmann Arno Kompatscher war die Entscheidung nicht nachvollziehbar. SVP- Senator Dieter Steger hatte im Interview mit STOL schon erklärt, dass er eine Einstufung als rote Zone für sehr wahrscheinlich gehalten hatte.

Die Einstufung als rote Zone sieht nun vor, dass niemand die Provinzgrenze ohne Angabe von triftigen Gründen übertreten darf. Alle weiteren Einschränkungen sind in Südtirol bereits durch die Landesverordnung geregelt. Die Landesregierung will bereits am heutigen Dienstag weitere verschärfte Maßnahmen (auch ein landesweiter Lockdown) diskutieren.

Einen möglichen landesweiten Lockdown für Südtirol sehen zahlreiche Verbände und Gewerkschaften kritisch. „Werden Betriebe gezwungen, still zu stehen, würden sie sofort von anderen Lieferanten ersetzt und könnten nur schwer die im Ausland verlorenen Kunden zurückerobern. Wir müssen uns über die Konsequenzen einer derartigen Entscheidung bewusst sein“, warnen CGIL-AGB, SGBCISL, UIL-SGK, ASGB und der Unternehmerverband.

Auch lvh-Chef Martin Haller fürchtet, dass ein 2. Lockdown für Südtirol fatale Folgen hätte: „Damit werden nicht nur Betriebsexistenzen ausgelöscht, sondern zahlreiche Arbeitsplätze aufs Spiel gesetzt und nochmal so viele Familien in Schwierigkeiten gebracht.“

Die Allianz für Familie fragt sich im Falle eines Lockdowns und Schulschließungen: „Wer bitte soll die Betreuung und Bildungsaufgaben übernehmen, wenn die Eltern berufstätig sind oder diese Aufgaben nicht (mehr) bewältigen können? Wir Eltern können nicht mehr.“


Weitere 5 Regionen sind „orange“

Die Regionen Abruzzen, Basilikata, Ligurien, Toskana und Umbrien wurden von Gesundheitsminister Roberto Speranza von gelb auf orange gestuft. In diesen 5 Regionen dürfen die Menschen zwar weiterhin das Haus verlassen, es ist aber verboten, in andere Orte oder Regionen zu fahren. Ausgenommen von dieser Regelung sind der Weg zur Arbeit oder andere triftige Gründe.

stol

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