Freitag, 10. Juli 2020

Nur 4 Millionen Italiener nutzen „Immuni“-App

Die Tracking-App „Immuni“ zur Lokalisierung von Kontakten mit positiv auf Coronavirus getesteten Personen ist in Italien zum Flop geworden. Lediglich 4 Millionen Italiener - circa 10 Prozent der Bevölkerung - haben seit Anfang Juni die Anwendung heruntergeladen. Dies liegt deutlich unter den Erwartungen der Regierung.

Die kostenlose App, die von einem Mailänder Unternehmen im Auftrag der Regierung entwickelt wurde, soll Bürgern einen Hinweis senden, wenn sie sich in der Nähe eines Infizierten aufgehalten haben.
Die kostenlose App, die von einem Mailänder Unternehmen im Auftrag der Regierung entwickelt wurde, soll Bürgern einen Hinweis senden, wenn sie sich in der Nähe eines Infizierten aufgehalten haben. - Foto: © ANSA / ETTORE FERRARI
„Die App 'Immuni' hat vorerst nicht das Ziel erreicht, mit dem wir gerechnet hatten“, sagte der zuständige Regierungskommissar Domenico Arcuri laut Medienangaben. Wegen sinkender Zahl der Coronavirus-Todesopfer habe sich Optimismus in Italien breitgemacht, daher würden viele Italiener die App nicht herunterladen. Laut Arcuri könnte die Anwendung im Herbst nützlich sein, sollte es zu einer neuen Infektionswelle kommen.

Die kostenlose App, die von einem Mailänder Unternehmen im Auftrag der Regierung entwickelt wurde, soll Bürgern einen Hinweis senden, wenn sie sich in der Nähe eines Infizierten aufgehalten haben. In Italien hat „Immuni“ viele Diskussionen und Bedenken in Sachen Datenschutzbestimmungen ausgelöst. Diese versucht die Regierung zu zerstreuen. Gianni Rezza, Generaldirektor der Vorbeugungsabteilung des Gesundheitsministeriums in Rom, meinte, die App sei wichtig, um eventuelle Infektionsherde zu lokalisieren.

Die italienische Innovationsministerin Paola Dadone rief die Italiener auf, die Warn-App herunterzuladen, denn sie sei das beste Instrument, um neue Infektionsherde zu bekämpfen. Die App sei der einfachste Weg, um sich selbst und Angehörige zu schützen, sagte sie.

Dieter Fink, der technische Leiter bei Athesia, klärt in folgendem Video die wichtigsten Fragen zur „Immuni“-App.

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apa/stol