Die Entscheidung des Europäischen Rates, das Verfahren einzuleiten zur Senkung des Schutzstatus von „strikt geschützt“ zu „geschützt“, ist für Gerhard Fallent, Präsident des Vereins „Wolfstop Europe“, ein Schritt in die richtige Richtung. <h3> (K)eine Lösung des Wolfsproblems</h3>Nun seien aber rasch weitere Schritte notwendig. „Wir wenden uns an den ständigen Ausschuss der Berner Konvention mit dem Ersuchen, die Ausseer Deklaration zu berücksichtigen. Da wollen wir jetzt schon beginnen, Meinungsbildung zu machen“, kündigt Fallent an. <BR /><BR />Die Berner Konvention regelt den Schutz wildlebender Tiere – Wölfe sind laut ihren Anhängen in Europa „strikt geschützt“. Eine Änderung der Berner Konvention, mit der der Wolf nur mehr „geschützt“ wäre, würde laut EU-Parlamentarier Herbert Dorfmann Staaten und Regionen mit stabilen Wolfspopulationen die Chance geben, auch den Interessen der Alm- und Weidewirtschaft gerecht zu werden. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1079787_image" /></div> <BR />Für Fallent bedeutet die bloße Senkung des Schutzstatus allerdings nicht automatisch auch eine wirkungsvolle Lösung des Wolfsproblems: So könnte beispielsweise trotz Senkung des Schutzstatus festgelegt werden, dass die Alpenpopulation eine sehr hohe Zahl an Wölfen umfassen müsse, bevor eine Bejagung stattfinden kann, oder es könnten auch sehr komplexe Entnahmekriterien vorgeschrieben werden, sodass wieder keine Entnahmen stattfinden können. „Wir brauchen praktikable Regelungen“, fordert Fallent. <h3> Was ist die „Ausseer Deklaration?“</h3>Die „Ausseer Deklaration“ ist heuer im Mai in Bad Aussee (Steiermark) verabschiedet worden: Bürgermeister, Landtagsabgeordnete, Europaparlamentarier und Vertreter von Vereinen und Bürgerinitiativen mehrerer Länder unterzeichneten die Deklaration – darunter aus Südtirol Jürgen Wirth Anderlan (JWA).<BR /><BR />Die Deklaration legt Zonen fest, in denen sich Wölfe nicht aufhalten dürfen: Siedlungs-, Erholungs- und Tourismusgebiete, in denen Menschen leben und arbeiten sowie Weide- und Almgebiete, in denen Nutztiere gehalten werden, sind wolfsfrei zu halten. <BR /><BR />Die Wölfe sind durch die Nulltoleranz in diesen Gebieten so scheu zu halten, dass sie diese meiden, wird in der Deklaration gefordert. Durchlaufende scheue und nicht auffällige Wölfe werden geduldet. <BR /><BR />Bei Angriffen auf Nutztierherden oder auf den Menschen soll „analog zum Vorbild Frankreich“ der Verteidigungsabschuss eingeführt werden. Der Flächenbedarf für die Zonen, in denen Wölfe leben können, soll 2 Prozent des Staatsgebietes nicht überschreiten.<h3> Schweden als Vorbild</h3>Die Forderung in der „Ausseer Deklaration“ nach einer Wolfsdichte von einem Rudel pro 11.000 Quadratkilometer beziehe sich auf eine europäische Studie aus dem Jahr 2017: „In dieser Studie wurde festgelegt, wie viele Grauwölfe in Europa erforderlich sind, um den günstigen Erhaltungszustand darzustellen: 1000 reproduktionsfähige Wölfe – rund 500 Rudel“, sagt Fallent. Schweden habe sich genau daran orientiert.