Für mich war es der lokale Aufreger der Woche: Skitourengeher und Freerider, die Lawinen auslösen und dabei sich selbst und andere in Lebensgefahr bringen – die einen im Skigebiet Sulden, die anderen unterm kleinen Ifinger <a href="https://www.stol.it/video/media/irrsinn-in-sulden-freerider-loesen-lawine-aus" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">(Hier lesen Sie alles dazu). </a><BR /><BR /><embed id="dtext86-68396581_quote" /><BR /><BR />Die Frage ist, warum sie sich an dem Tag überhaupt im freien Gelände aufhielten? Vom Lawinenwarndienst lag eine klare Warnung vor, dass die Gefahrenlage in diesen Tagen als kritisch einzustufen sei. Dies wurde vielfach kommuniziert; den „Dolomiten“ war die Gefahr sogar einen Aufmacher auf Seite 1 wert. <BR /><BR />„Wie dumm kann man sein?“, könnte einem als erster Reflex entfahren. Doch dieses Verhalten hat weniger mit Intelligenz zu tun als vielmehr mit Arroganz und Selbstgefälligkeit. Ich kann nicht glauben, dass Menschen, die einen Risikosport betreiben, sich über aktuelle Gefahren derart schlecht informieren. Deshalb überzeugen mich auch die Reaktionen der Alpenvereine nicht, nach dem Motto: Die Leute müssten nur gut genug geschult werden.<BR /><BR /><embed id="dtext86-68396582_quote" /><BR /><BR />Sagen wir es, wie es ist: Die allermeisten Tourengeher und Freerider sind sich des Risikos bewusst, nehmen es aber sehenden Auges in Kauf – fürs Adrenalin, für den Kick. No Risk, no Fun! Dies passt ins Bild unserer stark individualistisch geprägten Gesellschaft, wo die persönliche Freiheit zum Maß aller Dinge erhoben wird. <BR /><BR />Das könnte man auch so stehen lassen; das Bild vom freien und eigenverantwortlichen Wintersportler hat bloß einen Schönheitsfehler: Er gefährdet durch seine grenzenlose Risikobereitschaft nicht nur sein Leben, sondern auch das anderer Menschen – das seiner Retter oder das unbeteiligter Wintersportler in der Nähe. Und spätestens da hört mein Verständnis für die Selbstverwirklichung im Pulverschnee auf.<BR /><BR />Eigentlich halte ich wenig von Überregulierung und übertriebenen Strafen, aber es kann auch nicht sein, dass wir in jeder Wintersaison mehrere Lawinenopfer beklagen müssen, deren Tod oftmals auf grob fahrlässiges Verhalten zurückzuführen ist. <BR /><BR /><embed id="dtext86-68396583_quote" /><BR /><BR />Weshalb verhängen wir nicht ein Aufstiegsverbot in Gebieten mit höchster Lawinenwarnstufe 4? Sicher, die Kontrolle über die Einhaltung wäre nicht so einfach, aber vielleicht würde schon das Verbot an sich Wirkung zeigen. Alkoholisierte Skifahrer werden auf den Pisten schließlich auch aus dem Verkehr gezogen, da sie sich und andere gefährden – wieso also nicht adrenalingetränkte Skitourengeher?<BR /><BR /> <a href="mailto:klaus.innerhofer@athesia.it" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">klaus.innerhofer@athesia.it</a><BR /><BR /><b> <a href="https://www.stol.it/tag/Kommentar" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Alle Kommentare und Analysen finden Sie hier.</a></b>