Hier die Stimmen aus der Umfrage.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1312092_image" /></div> <BR /><BR />„Gäbe es nur mehr einen Bewertungsabschnitt, läge das Augenmerk mehr auf Lernen und nicht auf Prüfen“, sagt Ingrid Keim, Direktorin des Realgymnasiums und der Fachoberschule für Bauwesen in Bozen. Alle Noten für das Zeugnis im Jänner einzuholen, erzeuge Druck und koste sehr viel Zeit. „Zeit, die Schüler anders benötigen würden, um sich mehr mit Inhalten zu beschäftigen. Gerade in der Oberschule vertiefen Schüler gern“, meint Keim. Selbstständiges Lernen erreiche man nicht über ein Zeugnis im Jänner. Über Leistungen informieren könne die Schule auch anders. Das digitale Klassenregister zeige alle Noten auf. Sie aber spreche nur für die Oberstufe. „An den Grund- und Mittelschulen sieht die Situation anders aus.“<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1312095_image" /></div> <BR /><BR />„Nur mehr ein Zeugnis wäre fatal, vor allem für die erste und zweite Oberschulklasse, die so viele nicht schaffen“, sagt hingegen Karin Larcher, Vizepräsidentin des Südtiroler Kulturinstituts und seit 40 Jahren Lehrkraft an der Mittel- und Oberschule. Noten im digitalen Register hätten nicht denselben Effekt wie ein Zeugnis mit Bewertung des Klassenrats. „Schüler, bei denen es nicht gut läuft, brauchen Zeugnisse, um aufzuwachen und sich mehr anzustrengen“, ist Larcher überzeugt. Für gute Schüler sei ein Zeugnis eine Anerkennung, über die man sich freut. „Und das haben sie sich verdient.“ Derzeit gebe es sogar Zwischenzeugnisse im November und April, von denen sie nicht abrücken würde. „Man kann den Schülern nämlich gerne bis zur Matura vorgaukeln, dass wir alle super sind. Irgendwann aber kommt das wirkliche Leben“, meint Larcher.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1312098_image" /></div> <BR /><BR />Silvia Cadamuro, Vorsitzende des Landesbeirates der Eltern, begrüßt die Abschaffung eines Zeugnisses im Jänner grundsätzlich. „Damit würde sich der Notendruck rund um den Semesterwechsel reduzieren“, meint sie. Allerdings gelte es, mit Vorsicht vorzugehen. „Für Lernschwächere kann das Fehlen des Zeugnisses problematisch sein.“ Stützkurse würden derzeit vor allem im Herbst angeboten, um Lücken rasch aufzuholen. Zählen künftig die Noten aus dem ganzen Schuljahr, seien Stützkurse verstärkt auch im zweiten Semester anzubieten. Noten scheinen zwar im digitalen Klassenregister auf. „Allerdings gibt es Gemeinden, in denen es eine halbe Weltreise lang dauert, sie zu öffnen, weil der Internetzugang schlecht ist. Das erschwert dann die volle Transparenz“, meint Cadamuro.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1312101_image" /></div> <BR /><BR />Martin Sitzmann vom Verband autonomer Schulen stellt klar, dass nur das Zeugnis am Ende des Jahres versetzungsrelevant ist. „Für viele Eltern ist ein Zeugnis im Jänner aber ein wichtiger Bericht, wie es läuft.“ Es gebe das digitale Klassenregister. „Ein Resümee des Klassenrats, wie sich Schüler orientiert haben, ist aber wichtig“, meint er. Leistungsdruck hänge nicht vom Zeugnis im Jänner ab. Zudem brauche es für ein kleines Land wie Südtirol eine einheitliche Lösung.