Donnerstag, 15. Juli 2021

Nur noch mit Impfung oder PCR-Test in die Disco

Die Nachtgastronomie in Österreich kann ab 22. Juli nur noch genutzt werden, wenn ein negativer PCR-Test vorliegt oder eine Impfung vorgewiesen werden kann. Eine Genesung reicht ebenso wenig wie ein Antigen-Test. Darauf hat sich die Regierung verständigt.

Nur noch mit Impfung oder PCR-Test kann man in Österreich in die Disco.
Nur noch mit Impfung oder PCR-Test kann man in Österreich in die Disco. - Foto: © shutterstock
Zudem ist der „Grüne Pass“ ab 15. August nur gültig, wenn die zweite Immunisierung vollzogen ist. Schließlich bleibt die Registrierungspflicht bei Veranstaltungen und in der Gastronomie entgegen ursprünglichen Planungen aufrecht.

Verkündet wurde die Einigung von Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) und Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) Donnerstagabend per Aussendung. Dem vorausgegangen war die Sitzung einer Taskforce mit Vertretern mehrere Ministerin und dem Landeshauptleute-Vorsitzland Tirol.

Mückstein setzte am Donnerstag auch einen Brief an die Landesgesundheitsräte mit dem Ersuchen ab, zusätzliche Impfmöglichkeiten für Junge zur Verfügung zu stellen: Mobile Impfboxen, Schwerpunktationen in Gemeinden mit niedriger Durchimpfungsrate oder Angebote an beliebten Treffpunkten werden vom Ressortchef empfohlen.

Tempo ist aus Sicht des Ministers nötig, denn die Experten sagten, „dass sich das uns verbleibende Zeitfenster, die Pandemie mit gelinderen Mitteln in Schach zu halten zu schließen beginnt“, heißt es in dem Schreiben.

Das Drängen auf schärfere Maßnahmen war folgerichtig auf eine Initiative des Gesundheitsressorts zurückgegangen. In einem der APA vorliegenden Papier war schon am Vormittag von einem aktuell „sehr besorgniserregenden Szenarium“ die Rede. Dabei wurde ausgeführt, dass der Anstieg der Zahlen zuletzt unterschätzt wurde. Sollte sich das fortsetzen, „finden wir uns in absehbarer Zeit in einem bedrohlichen Szenarium wieder“.

Als Gründe für den Anstieg werden vor allem die Öffnungsschritte und Lockerungen vom 1. Juli, etwa die Öffnung der Nachtgastronomie, die Dominanz der Delta-Variante, die bereits rund 90 Prozent der Infektionen ausmachen dürfte, sowie reise-assoziierte Fälle angesehen.

Durch eine Steigerung der Durchimpfungsraten sowie eine rechtzeitige und gezielte Rücknahme von Öffnungsschritten bzw. ein Absehen von weiteren Lockerungsschritten könne die bedrohliche Entwicklung vermutlich noch eingebremst werden, heißt es im Gesundheitsressort. Bei zögerlichem Verhalten sei hingegen zu erwarten, dass gravierende Maßnahmen zur Eindämmung, wie etwa Teil- oder echte Lockdowns, notwendig sein würden.


Günther Platter (ÖVP), Landeshauptmann des Bundeslandes Tirol, derzeit auch Vorsitzender der Landeshauptleutekonferenz, bezeichnete die Nachtgastronomie-Maßnahmen auf APA-Anfrage wegen des noch nicht ausreichenden Impffortschritts bei den Jungen als „notwendig“. Gleichzeitig warnte Platter aber erneut deutlich vor einer „Überreaktion“ bei steigenden Inzidenzzahlen. Es sei wichtig, „nicht durch Überreaktionen zu verunsichern, sondern Zuversicht und Optimismus zu vermitteln“.

apa

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