Wenn die USA und andere Länder nicht rasch mehr Hilfe leisteten, könnte der gefährliche Erreger möglicherweise mutieren und leichter übertragbar werden. Ein Übergreifen auf die Vereinigten Staaten sei auf kürzere Sicht aber unwahrscheinlich, erklärte Obama in dem bereits am Sonntag (Ortszeit) in den USA ausgestrahlten Interview.Bereits 2000 Todesopfer in drei LändernUS-Militärpersonal könne bei der Errichtung von medizinischen Einrichtungen für die Betreuung von Ebola-Betroffenen helfen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind allein in den drei am schwersten betroffenen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone bereits mehr als 2000 Menschen an Ebola gestorben.Bei der geplanten Ausgangssperre in Sierra Leone vom 19. bis 21. September sollen Teams der Behörden von Tür zu Tür gehen, um Ebola-Kranke zu finden. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen kritisierte dies scharf: Es mangle an erfahrenen Helfern für ein solches Screening, aber auch an Ebola-Zentren im Land, in denen aufgespürte Verdachtsfälle untersucht werden könnten.Eine solche Ausgangssperre könnte zu Unruhen führen, warnte am Montag auch der 40-jährige Ordensbruder Lothar Wagner aus Trier in Deutschland. Er leitet das Kinder- und Jugendschutzzentrum Fambul (Familie) der katholischen Ordensgemeinschaft der Salesianer Don Boscos in Freetown, der Hauptstadt des westafrikanischen Landes. „Viele Menschen leben von einem Tag zum anderen. Sie müssen aus dem Haus kommen, um sich ihr tägliches Brot zu verdienen.“In den USA erhält ein Ebola-Patient mittlerweile ein experimentelles Mittel. Der 51 Jahre alte Missionar und Arzt hatte sich in Liberia angesteckt. Genauere Angaben zu dem Medikament machten Ärzte vom Nebraska Medical Center in Omaha am Sonntag (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz nicht. Es handelt sich aber nicht um das experimentelle Mittel „ZMapp“, mit dem im August zwei US-Bürger behandelt worden waren. Dieses ist derzeit aus Kapazitätsgründen nicht verfügbar.Erkältungsvirus als ImpfstoffDas experimentelle Ebola-Vakzin ChAd3 hat bei Versuchen mit Makaken „kurzfristig einen vollkommenen Schutz und langfristig einen teilweisen Schutz“ verliehen, berichteten Forscher in der Fachzeitschrift „Nature Medicine“ vom Sonntag. Affen, die nach acht Wochen eine Auffrischungsimpfung erhalten hätten, hätten sogar eine „dauerhafte“ Immunisierung aufgewiesen.Der vom Nationalen Institut für Allergien und Infektionskrankheiten (NIAID) in den USA entwickelte Impfstoff basiert auf einem genetisch veränderten Erkältungsvirus, das Schimpansen befällt. Die mutierten Viren sollen eine Immunreaktion gegen die Ebola-Erreger verursachen. Bei dem Versuch wurde der experimentelle Impfstoff einigen wenigen Makaken verabreicht. Später wurden ihnen Ebola-Viren in einer so hohen Dosis injiziert, dass sie ohne Impfschutz tödlich gewesen wären.Vier der Affen waren fünf Wochen nach der Injektion des Impfstoffes immun gegen Ebola. Dieser Schutz wurde aber geringer, nach zehn Monaten war er nur noch bei zwei der Affen vorhanden. Die Vakzine, die vom NIAID gemeinsam mit dem Pharmakonzern GSK entwickelt wird, wird in allernächster Zeit an gesunden Probanden in den USA, Europa und Afrika auf die Verträglichkeit getestet.apa/dpa/afp