Dienstag, 01. März 2016

Obdachenlosen-Mord: Pole wird nach Bozen ausgeliefert

Er wollte sich wohl nach Hause absetzen, um den Fängen der Justiz zu entgehen. Doch Adrian Zelech, Tatverdächtiger im Fall eines toten Obdachlosen in Bozen, wurde in seiner polnischen Heimat aufgegriffen und am Dienstag nach Italien ausgeflogen.

Der Tatverdächtige Adrian Zelech - Foto: STOL/Quästur
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Der Tatverdächtige Adrian Zelech - Foto: STOL/Quästur

Erst war er als Zeuge der Bluttat bei den Ordnungshüter vorstellig geworden, dann selbst ins Visier der Ermittler geraten: Der 21-jährige Pole Adrian Zelech steht im Verdacht, Jaroslav Kohl zu Tode geprügelt zu haben. Der tschechische Obdachlose Kohl war am 9. Jänner tot vor dem Waltherhaus in Bozen aufgefunden worden (STOL hat berichtet).
Kohl war in Folge von Verletzungen, die er sich bei einem Streit zugezogen haben soll, über Nacht im Schlaf verblutet. 

Seit Mitte Jänner lag gegen Zelech ein Haftbefehl vor. Die polnischen Ordnungshüter haben den Tatverdächtigen schließlich in einem Warschauer Vorort verhaftet.

In Rom gelandet und im Gefängnis

Derzeit ist die Auslieferung im Gange: Am Dienstag ist Zelech nach Italien ausgeflogen worden. Er landete am Nachmittag am römischen Flughafen Fiumicino und wurde von der Staatspolizei übernommen, die ihn ins Gefängnis von Rebibba brachte. Voraussichtlich wird es noch einige Tage dauern, bis er nach Bozen überstellt wird. 

Die Überstellung via Flug. - Foto: Quästur

In der Vernehmung durch Staatsanwalt Igor Secco hatte der junge Pole bestritten, mit Kohl in einen Streit geraten zu sein. Andere Obdachlose hatten dies jedoch bestätigt und den Verdacht gegen Zelech erhärtet. 

stol

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