Obdachlos, einsam, straffällig. Finanziell bedürftig, sucht- oder psychisch krank. Körperlich beeinträchtigt, pflegebedürftig oder dem Tod nahe.Breit gestreut waren die Probleme jener Menschen, die 2012 Hilfe bei einem der 30 Fachdienste der Caritas suchten.„Viele Betroffene wenden sich an uns, weil sie sonst nirgends Hilfe finden“, betonen die beiden Caritas Direktoren Heiner Schweigkofler und Pio Fontana am Dienstag, als sie den Jahresbericht der Caritas in Bozen vorstellten.Essensausgabe „Maria Hueber“ verzeichnet ZulaufIn der Essensausgabe „Maria Hueber“ in Brixen beispielweise hat eine Gruppe von 27 Freiwilligen zweimal am Tag warme Mahlzeiten an insgesamt 830 Frauen, Männer, Jugendliche und Kinder verteilt.Damit haben den Dienst 50 Personen mehr in Anspruch genommen als im Vorjahr.Schuldnerberatung mit Plus von 14 ProzentAuch in verschiedenen Beratungsstellen der Caritas ist die Zahl der Hilfesuchenden angestiegen.Der Beratungsdienst für Menschen in Not in der Bozner Sparkassenstraße 1 verzeichnete 2012 über 100 Erstkontakte mehr als im Vorjahr, die Schuldnerberatung hat mit über 1.300 Ratsuchenden 14 Prozent mehr Menschen mit finanziellen Problemen beraten als 2011.Hier zeige sich, dass die Folgen der Wirtschaftskrise auch in Südtirol für immer mehr Menschen spürbar würden, so die Caritas.5000 Freiwillige, 11.000 SpenderUnterstützung bekam die Caritas im vergangenen Jahr wieder von über 5000 Freiwilligen und Pfarrcaritas-Mitarbeitern sowie von zahlreichen Spendern – 2012 waren es 11.000 an der Zahl.Insgesamt 1.062.300 Euro wurden für Hilfsprojekte in wirtschaftlich schwächeren Ländern zweckbestimmt.Damit konnte die Caritas allein in Afrika 26 Hilfsprojekte mitfinanzieren – allen voran die Nothilfe in der Sahelzone.Eine anhaltende Dürreperiode bedrohte dort das Leben von 18,7 Millionen Menschen.Die Caritas versorgte über 6.000 Menschen mit überlebenswichtigen Gütern.Afrika im besonderen Maße unterstütztIn Burkina Faso, Mali, Mauretanien, Senegal, Äthiopien, Eritrea, Kenia, Mosambik und Sudan wurden ebenfalls Projekte für die Nahrungssicherheit vorangetrieben.Gleichzeitig wurden in diesen Ländern – aber auch in Kamerun, Madagskar, Kongo, Südsudan und Tansania – Wasserprojekte unterstützt, Mikro-Kredite vergeben sowie Maßnahmen für die Landwirtschaft und die Kleinviehhaltung getroffen.Kindern wurde der Zugang zu Schul- und Berufsausbildung gewährleistet und eine sanitäre Grundversorgung gesichert.Erdbeben in Emilia: Caritas leistet NothilfeNothilfe leistete die Caritas auch in der Emilia nach den verheerenden Erdbeben am 20. und am 29. Mai 2012.Im Verbund mit der Caritas Nordest wurden 5.000 Menschen im Katastrophengebiet mit Zelten, Lebensmitteln und Hygieneartikeln versorgt.Kinder und alte Menschen wurden psychologisch betreut.Danach konzentrierte sich die Hilfe vor allem auf den Wiederaufbau in den schwer beschädigten Ortschaften San Felice sul Panaro und Camposanto.______________________________________________________________________________Der Caritas-Jahresbericht ist auf der Webseite der Caritas abrufbar und kann auch telefonisch (0471 304 300) oder via E-Mail (info@caritas.bz.it) angefordert werden.