Der Vorfall ereignete sich wie berichtet am Freitag gegen 21.30 Uhr: Ein Scooterfahrer hielt auf der Eisackuferstraße an, um einige auf der Fahrbahn liegende Küchenutensilien zu beseitigen. Dabei wurde der 32-jährige Bozner von einem nachkommenden Auto gestreift – zum Glück zog sich der Mann nur leichte Verletzungen zu. Er musste dennoch ins Krankenhaus gebracht werden.<BR /><BR />„Der Unfall hätte aber auch tödlich enden können“, betont Vizebürgermeister Stephan Konder, der kurz darauf zufällig an der Unfallstelle vorbeifuhr. Wie sich herausstellte, stammen die Küchenutensilien von Obdachlosen, die ihr Zelt unter der Autobahnbrücke oberhalb der Eisackuferstraße aufgeschlagen hatten. „Als ich ausstieg, um nach dem Opfer zu sehen, haben die sichtlich unter Drogen stehenden Obdachlosen immer noch rumgeschrien und wild getobt“, erzählt Konder.<BR /><BR /><h3> Etwa 40 bis 50 Zeltlager entlang der beiden Flüsse</h3>„So kann es definitiv nicht weitergehen“, meint der Vizebürgermeister. Beinahe täglich erhalte er Hinweise von Bürgern auf weitere illegale Schlafplätze in der Stadt. „Allein entlang den Flüssen gibt es schätzungsweise 40 bis 50 Zelte“, sagt Konder.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1329576_image" /></div> Doch auch im Viertel Oberau-Haslach, etwa im Köstenweg oder in der Nähe der Haselburg, und sogar in der Altstadt – etwa in der Museum- oder Crispistraße – nächtigen Obdachlose auf offener Straße. „Diese Probleme müssen endlich in Angriff genommen werden, die Situation ist nicht weiter tragbar“, unterstreicht der Vizebürgermeister.<BR /><BR /><h3> „Viele zeigen kriminelles Verhalten“</h3>Der gleichen Ansicht ist auch Bürgermeister Claudio Corrarati. „Wir haben einen Punkt erreicht, an dem die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger beeinträchtigt ist“, erklärte Corrarati gestern auf Nachfrage. In den kommenden Tagen werde die Stadtpolizei in Zusammenarbeit mit der Quästur, dem Regierungskommissariat sowie der Wildbachverbauung die Räumung der Zeltlager in Angriff nehmen.<BR /><BR />„Viele der Obdachlosen befinden sich nicht nur in einer Wohnungsnotlage, sondern zeigen leider auch ein kriminelles Verhalten“, betonte der Bürgermeister. Auf die Frage, was mit den Obdachlosen nach der Räumung passiert, antwortete Corrarati: „Zunächst gilt es, die Personen zu identifizieren. Jemand, der regulär in Bozen arbeitet und zudem sozial integriert ist, sollte grundsätzlich Ansprung darauf haben, Zugang zu WOBI-Wohnungen zu erhalten.“