775 Personen werden in unterschiedlichen Einrichtungen der Gemeinde, des Landes und Privater betreut. Bozens Sozialstadtrat Juri Andriollo rechnet damit, dass der Bedarf in den kommenden Monaten noch weiter ansteigt.<BR /><BR />Die Zahlen und Fakten bezüglich Notunterkünften liegen nun auf dem Tisch. Am Mittwoch stellten Bürgermeister Renzo Caramaschi, Sozialstadtrat Juri Andriollo und Vertreter des Betriebes für Sozialdienste, von „Volontarius“ und Rotes Kreuz die Zahlen der aktuell untergebrachten Personen in Bozen vor. <BR /><BR />Von den insgesamt 775 Personen, werden 393 in den Notunterkünften der Gemeinde untergebracht. „Dabei handelt es sich vor allem um Bedürftige, die man als Menschen ohne festen Wohnsitz identifiziert hat. Die Verantwortung für sie obliegt der Gemeinde “, erklärte Stadtrat Andriollo. <BR /><BR />Die größten Notunterkünfte gibt es im ehemaligen Alimarket-Gebäude in der Gobettistraße mit 140 Betten (üblicherweise 95) und im ehemaligen Comini-Gebäude mit 95 Schlafplätzen. Tagsüber müssen die Unterkünfte geräumt werden. Im Sommer vielleicht erträglich, doch in der kalten Jahreszeit ein großes Problem. Eine der wenigen öffentlichen Anlaufstellen untertags ist die Tagesstätte für Obdachlose im Ex-Alimarket. <h3> „Zahlen werden weiter ansteigen“</h3>305 der 775 Personen werden in anderen Unterkünften, die sich im Eigentum des Landes befinden, beherbergt. Darunter fällt auch die Kaserne in Eppan, die am 22. Dezember ihre Tore öffnet. „In den nächsten Tagen garantieren wir auch ein Zubringer-Dienst, der die Menschen nach Eppan fährt“, versicherte der Sozialstadtrat. <BR /><BR />Weitere 22 der 775 Personen werden in einer gesonderten Unterkunft für arbeitende Menschen in der Romstraße untergebracht und 55 in privaten Einrichtungen. Dazu gehört beispielsweise das „dormizil“ in der Rittnerstraße.<BR /><BR /> „Bei diesen Zahlen wird es mit Sicherheit nicht bleiben“, meinte Andriollo. Denn: „Was bereits seit längerer Zeit beobachtet wird, ist ein verstärkter Migrationsfluss“. 100 bis 150 Einreisen pro Tag seien es allein über den Brenner. Viele von diesen Personen stranden in Bozen. <BR /><BR /><embed id="dtext86-57509259_quote" /><BR /><BR />„Bozen ist eine Stadt der Solidarität“, sagte Bürgermeister Renzo Caramaschi. Man habe in den vergangenen Jahren viel geleistet und die Pflicht erfüllt. „Eine organisierte und strukturierte Zusammenarbeit ist aber unbedingt vonnöten. Ich wiederhole es daher nochmals, dass alle, und damit meine ich die anderen Südtiroler Gemeinden ihren Beitrag leisten müssen.“ Die Gemeinde Bozen habe bereits im Sommer auf die Zunahme der Migrationsströme über die Balkanroute hingewiesen, sagte er. <BR /><BR />Trotz der jüngst kontrovers geführten Diskussionen dankte der Bürgermeister dem Landeshauptmann für seine Disponibilität und rasche Lösung des Problems. Zugleich dankte er auch den vielen freiwilligen Helfern und wohltätigen Organisationen, denen ebenfalls ein großer Verdienst zukommt. <BR /><BR /><BR />