Der Schock über den schlimmen Tod des jungen Mannes aus Ägypten ist nach wie vor groß. Wie gestern bekannt wurde, hieß er Mostafa Abdelaziz Mostafa Abouelela. Er ist nahe der ägyptischen Hauptstadt Kairo aufgewachsen – dann begann seine Suche nach einer besseren Zukunft, die mit seinem tragischen Tod in Bozen endete. <BR /><BR />Wie sein Bruder Mohamed Ahmed gegenüber Medien berichtete, machte sich der junge Mann 2018 auf den Weg nach Europa, in der Hoffnung dort eine Zukunft zu finden und ein besseres Leben zu führen. Über die sogenannte Balkanroute kam der junge Mann zuerst nach Deutschland und reiste dann nach Frankreich weiter. <BR /><BR />Es hielt sich eine Zeitlang in Paris auf und strandete nur 2 Tage vor seinem tragischen Tod in der Landeshauptstadt. In Bozen wollte er Fuß fassen, doch für ihn als Asylbewerber fand man keinen Platz in einem der Notunterkünfte, sodass die Kälte zu seinem tödlichen Verhängnis wurde. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="843812_image" /></div> <BR />Wie Federica Franchi von der Vereinigung „Bozen Solidale“ zu berichten weiß, stünden auf den Listen der wenigen Aufnahmezentren „Hunderte von Menschen, die auf einen Platz warten“. Sie und ihre Mitstreiter fordern daher eine sofortige Wiedereröffnung der CAS-Strukturen als außerordentliche Aufnahmezentren. Ebenso sollte das SPRAR-Konzept, ein Schutzsystem für Asylbewerber und Flüchtlinge, wieder aktiviert werden. <BR /><BR />„Zuletzt fordern wir, das Aufheben des sogenannten Critelli-Rundschreibens, um jeden ankommenden Asylbewerber Schutz und Unterkunft bieten zu können“, erklärt Franchi. Das Rundschreiben des Amtsdirektors für Soziales, Luca Critelli, untersagt quasi die Aufnahme von Flüchtlingen, die aus einem anderen EU-Land kommen oder nicht vom italienischen Innenministerium zugewiesen wurden. Denn: Flüchtlinge, die bereits in einem anderen EU-Land waren und deren Asylantrag dort abgelehnt wurde, haben in Südtirol keinen Anspruch auf Unterkunft und sozialen Beistand.<BR /><BR />„Dass es so ein Dekret gibt, ist eine Schande, vor allem für ein so reiches Land wie Südtirol“, ärgert sich Franchi. Erst vor wenigen Tagen hat der Verein lauthals über die Ungerechtigkeit gegenüber Flüchtlingen protestiert. Bereits am Samstag findet die nächste Demo statt; um 10.30 Uhr auf dem Universitätsplatz.<BR /><BR />