<BR />Die Landesregierung beschließt diese Woche die Leitlinien für die Winternotquartiere. „Wie immer reichlich spät, wenn es bis November klappen soll“, ätzt der Pusterer Bezirkspräsident Robert Alexander Steger. Auf der jüngsten Sitzung des Rats der Gemeinden gingen die Wogen aber vor allem hoch, weil das Land die Öffnungszeiten der Quartiere um zwei Wochen bis 30. April verlängern wollte. <BR /><BR />„Damit würde das, was als Nothilfe gegen die Kälte geboren wurde, immer mehr zu einer normalen Unterkunft – was weder nötig noch von uns gewollt ist“, sagt Hansjörg Zelger, Präsident der Bezirksgemeinschaft Überetsch/Unterland. „Ob man eine Woche dranhängt, sollte allein davon abhängen, ob es noch kalt ist oder nicht“, so Bozens Stadträtin Patrizia Brillo.<BR /><BR />Sie und Bürgermeister Claudio Corrarati laufen zudem Sturm gegen den Vorschlag des Landes, laut dem Bozen 90 fixe Plätze stellen müsste. „Im Vorjahr waren es 70“, sagt Brillo. Zusätzliche 20 mussten nur geöffnet werden, wenn alle anderen Quartiere in Leifers, Meran, Brixen und Bruneck rappelvoll sind. „Und dabei muss es bleiben“, so Brillo. Dies sieht auch der Rat der Gemeinden so.<h3> Angeblich ein Missverständnis</h3> Rosmarie Pamer rudert zurück. „Wenn in der Beschlussvorlage an die Gemeinden von einer Öffnung bis 30. April die Rede ist, so war das ein Kommunikationsfehler der Ämter. Die Öffnungszeiten bleiben jene des Vorjahres von 1. November bis 15. April“, so die Landesrätin. Sie habe auch „kein Problem“, Bozen statt fixe 90 Plätze weiter 70 plus 20 als Reserve zuzuweisen. Eine Bitte (keine Pflicht) hängt das Land dazu: Da die Nachtquartiere von 19 bis 8 Uhr geöffnet sind, sollten auch tagsüber für mindestens fünf Stunden beheizte Räume bereitstehen. <BR /><BR />Diese Aufforderung wird von den Städten sehr unterschiedlich umgesetzt. Bozen hat eine Tagestätte im Ex-Alimarket. Brixen hat sich ebenfalls bemüht und gewährt am Nachmittag ab 15 Uhr Einlass in einen warmen Vorraum. In Meran erfolgt der Eintritt laut Stadtrat Stefan Frötscher ab 18 Uhr. „Und auch wir bemühen uns, am Morgen und am Abend eine Stunde länger offen zu halten“, sagt der Leiferer Bürgermeister Giovanni Seppi. Viele verlassen das Nachtquartier aber früher, um zur Arbeit zu gehen. „Sie sind eigentlich keine Obdachlosen, sondern haben trotz Job keine Chance auf eine andere Bleibe“, so Bürgermeisterin Katharina Zeller. <BR /><BR />Ein klares Nein zu einer warmen Bleibe vor 19 Uhr und nach 8 Uhr kommt aus Bruneck. „Wir haben einer Notunterkunft zugestimmt, damit Menschen nachts nicht erfrieren. Noch fünf Stunden mehr bis Mittag und daraus wird eine normale Tagesstätte“, winkt Bezirkspräsident Steger ab.