In Südtirol ist zu beobachten, dass die Oberschüler in Südtirol eher dazu neigen, in der näheren Umgebung zur Schule zu gehen, und dass sie es vorziehen, in der eigenen Bezirksgemeinschaft die Oberschule zu besuchen. Im Schuljahr 2009/10 besuchen 6.920 (34,9 Prozent) der insgesamt 19.829 Südtiroler Oberschüler eine Schule außerhalb der funktionalen Kleinregion ihres Wohnortes. Dies geht aus einer Mitteilung des Landesinstituts für Statistik (ASTAT) hervor.Gleichzeitig ist ersichtlich, dass sich das Angebot an Oberschulen auf die Städte konzentriert. Im Schuljahr 2009/10 besuchen 85,1 Prozent der Oberschüler Südtirols eine Schule in einem der vier Hauptorte des Landes: Bozen, Meran, Brixen und Bruneck. Diese Städte bieten eine breite Palette verschiedener Schularten. Weiters ist zu berücksichtigen, dass es in anderen größeren Gemeinden des Landes keine Oberschule gibt (z.B. Naturns, Lana, Leifers, Sarntal). Mit Ausnahme von Bozen (Stadt, die zu keiner Bezirksgemeinschaft gehört), wo 94,0 Prozent der ansässigen Schüler eine Oberschule in der eigenen Heimatstadt besuchen, neigen die Oberschüler in fast allen Bezirksgemeinschaften dazu, in der nächstgelegenen größeren Ortschaft zur Schule zu gehen. Anders ist es in den beiden Bezirksgemeinschaften Überetsch-Südtiroler Unterland und Salten-Schlern ansässig sind. Nur 11,9 Prozent aller Oberschüler aus dem Überetsch-Südtiroler Unterland und 9,7 Prozent aller Oberschüler aus Salten-Schlern besuchen eine Schule in der eigenen Bezirksgemeinschaft. Der Großteil der Schüler pendelt demnach.Dies ist damit zu erklären, dass sich in beiden Bezirksgemeinschaften nur Fachoberschulen befinden, die einerseits Schüler aus dem ganzen Land anziehen und andererseits viele ortsansässige Schüler dazu veranlassen, auf andere Oberschularten auszuweichen.In der Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt bescuhen hingegen 84,6 Prozent der Oberschüler eine Schule in Meran; 88,1 Prozent der Meraner Schüler gehen in der eigenen Stadt zur Schule. Die Oberschüler, die in der Bezirksgemeinschaft Eisacktal ansässig sind, gehen zu 74,0 Prozent in Brixen zur Schule. 78,5 Prozent der Brixner Schüler besuchen eine Oberschule in der eigenen Stadt.Die Schüler aus dem Wipptal bevorzugen mehrheitlich die Oberschulen in der eigenen Bezirkshauptstadt: 46,5 Prozent der Schüler mit Wohnsitz in der Bezirksgemeinschaft Wipptal besuchen eine Oberschule in Sterzing. Relativ hoch ist der Anteil der Schüler, die eine Oberschule in Brixen besuchen (32,6 Prozent). Dieses Pendlerverhalten ist auch auf das begrenzte Oberschulangebot in Sterzing zurückzuführen.Die Schüler aus dem Pustertal besuchen zu 88,8 Prozent eine Oberschule in der eigenen Bezirksgemeinschaft und zu 71,1 Prozent eine Oberschule in Bruneck. 87,0 Prozent der Brunecker Schüler besuchen eine Oberschule in der eigenen Stadt.Die Oberschüler aus dem Vinschgau haben nicht ein einziges großes Schulzentrum, das sie bevorzugt besuchen; sie verteilen sich großteils auf die drei Schulzentren von Mals, Schlanders und Meran. 64,0 Prozent der Schüler besuchen eine Oberschule innerhalb der eigenen Bezirksgemeinschaft und weitere 26,3 Prozent begeben sich nach Meran.Insgesamt betrachtet ist der Pendlerstrom (tägliche oder nicht tägliche Pendler) in den letzten vier Jahren nahezu unverändert geblieben. Die meisten Oberschüler gehen in Bozen zur SchuleIn Bozen gehen die meisten Oberschüler, nämlich 8.288, zur Schule. 3.812 (46,0 Prozent) davon sind in Bozen ansässig und 4.476 (54,0 Prozent) kommen aus anderen Bezirksgemeinschaften oder von außerhalb Südtirols.2.286 Oberschüler der Bezirksgemeinschaft Überetsch-Südtiroler Unterland und 1.240 aus Salten-Schlern besuchen eine Schule in Bozen. Der Grund für diesen starken Pendlerstrom ist, dass sich das Angebot an Oberschulen in diesen zwei Bezirksgemeinschaften auf Handelsoberschule, Oberschule für Landwirtschaft und Kunstschule beschränkt. Die bevorzugte Oberschulart in Bozen ist das Gymnasium (Humanistisches, Neusprachliches, Real- und Kunstgymnasium), welches von 3.102 Schülern besucht wird; davon stammen 1.817 aus Bozen, 759 aus der Bezirksgemeinschaft Überetsch-Südtiroler Unterland, 315 aus Salten-Schlern und die restlichen 211 aus anderen Bezirksgemeinschaften oder von außerhalb Südtirols. Auf das Gymnasium folgen die Handelsoberschule und die Fachlehranstalt für Wirtschaft undTourismus mit insgesamt 2.109 Eingeschriebenen, davon 850 aus Bozen, 623 aus dem Überetsch-Südtiroler Unterland, 444 aus Salten-Schlern und 192 aus anderen Bezirksgemeinschaften oder von außerhalb Südtirols.Die Oberschulen in Meran werden vorwiegend von Schülern des Burggrafenamtes besucht; 3.024 derinsgesamt 4.252 Eingeschriebenen stammen aus dieser Bezirksgemeinschaft. 380 Schüler kommen aus dem nahe gelegenen Vinschgau. Die restlichen 848 Schüler aus anderen Bezirksgemeinschaften oder von außerhalb Südtirols besuchen vor allem die Hotelfachschule und in geringerem Ausmaß auch die Fachoberschule für Soziales.1.480 der insgesamt 2.068 Schüler, die in einer Oberschule der Gemeinde Brixen eingeschrieben sind, stammen aus der Bezirksgemeinschaft Eisacktal. 202 kommen aus dem Wipptal, 197 aus der Bezirksgemeinschaft Salten-Schlern und 148 aus dem Pustertal. Die Oberschulen der Gemeinde Bruneck werden fast ausschließlich von Schülern der Bezirksgemeinschaft Pustertal besucht. Von insgesamt 2.262 eingeschriebenen Schülern stammen 2.132 aus dem Pustertal. 89 der insgesamt 19.829 Oberschüler unseres Landes besuchen die einzige Kunstschule Südtirols, welche sich in St. Ulrich befindet. 45 davon stammen aus der Bezirksgemeinschaft Salten-Schlern und die restlichen 44 aus den anderen Bezirksgemeinschaften.