Mittwoch, 04. April 2018

„Oberste Priorität gilt immer der Personenrettung“

Lawinenabgang mit Folgen: Nachdem die Südtiroler Rettungskräfte am Samstag zu einer Lawine im hinteren Passeiertal ausgerückt und eine Frau aus den Schneemassen befreit hatten, wurde am Mittwoch die Frage laut, warum man auf die Hilfe der Nordtiroler Rettungskräfte verzichtet hätte, die schneller dort gewesen wären. Jetzt meldet sich der Primar des Landesnotrufdienstes, Ernst Fop, ausführlich zu Wort.

Der Rettungshubschrauber Aiut Alpin Dolomites brachte die Frau ins Krankenhaus von Bozen.
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Der Rettungshubschrauber Aiut Alpin Dolomites brachte die Frau ins Krankenhaus von Bozen.

Wie berichtet, hatte Sven Knoll von der Süd-Tiroler Freiheit auf den Brief einer Nordtiroler Rettungsorganisation hin eine Anfrage an den Südtiroler Landtag gestellt: Darin wird der Vorwurf laut, man habe von Südtiroler Seite aus bewusst auf Hilfe von Nordtirol verzichtet, obwohl diese in wenigen Minuten mit einem Notarzthubschrauber am Lawinenkegel hätten sein können.

Die oberste Priorität gelte bei jedem Einsatz der Rettung der Verunfallten, hält der geschäftsführende Primar des Landesnotrufdienstes Ernst Fop in einer Aussendung am Mittwochnachmittag fest.

Gleichzeitig achte die Landesnotrufzentrale darauf, die eigenen zur Verfügung stehenden Mittel bestmöglich einzusetzen: „Die Mitarbeiter der Einsatzzentrale arbeiten auf der Grundlage von genauen Ablaufprotokollen. Nur: In Einzelfällen ist es schwierig abzuschätzen, ob es besser ist, unseren Hubschrauber einzusetzen oder sofort einen auswärtigen hinzuzuziehen“, erklärt Fop.

„Ablauf nach Protokoll“

Konkret ging am Samstag ein Notruf über die Leitstelle Tirol bei der Südtiroler Notrufzentrale ein. Die Mitarbeiter beider Leitstellen hätten, so Fop, in guter Zusammenarbeit gemeinsam den genaueren Einsatzort definiert, anschließend habe Südtirol den Einsatz übernommen.

Der Notfall wurde unter Einhalten der in der Zentrale hinterlegten, vom Bergrettungsdienst unter Berücksichtigung der nationalen Vorgaben ausgearbeiteten Abläufe abgearbeitet. Demzufolge wurden zwei lokale Rettungshubschrauber - Pelikan 1 und Aiut Alpin - zu dem Notfallort geschickt. Die Patientin sei innerhalb kurzer Zeit von der Mannschaft eines der Rettungshubschrauber ausgegraben worden, war ansprechbar und wurde anschließend ins Krankenhaus nach Bozen geflogen.

Diese Tatsache beweise die extreme Effizienz der Rettungskette: „Die Lage im hinteren Passeiertal am vergangenen Samstag war instabil. Die Verschütteten waren bei Lawinenwarnstufe 4 - groß - unterwegs. Der Einsatz wird aktuell in der Rettungszentrale genauestens überprüft. Fakt ist, dass immer dann, wenn es notwendig ist, die Einsatzkräfte aus Nordtirol hinzugezogen werden. In dieser Hinsicht soll es keine Zweifel und keine Grenzen geben“, schließt Fop.

stol/liz

stol