Wie geht es den Reben und den Obstbäumen angesichts der Trockenheit und des milden Winters? Das sagt der Experte.<BR /><b><BR />Wie geht es den Reben und den Obstbäumen angesichts der Trockenheit und des milden Winters?</b><BR />Manuel Santer: Aktuell geht es ihnen nicht so schlecht, weil sie alle noch in Winterruhe sind. Der Stress kommt, wenn sie im Frühjahr austreiben und Wasser brauchen. Je nach Lage und Hangneigung kann es dann zu Problemen kommen. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="868628_image" /></div> <BR /><b>Das heißt, die Bäume haben bei den milden Temperaturen noch nicht ausgetrieben?</b><BR />Santer: Nein. Wir haben nur einzelne Pink-Lady-Anlagen, die in einigen geschützten Lagen ausgebrochen sind in dieser Woche. Das ist soweit nicht schlimm. Es hängt jetzt aber viel vom Wetter und der Witterung im Februar ab: Wenn es kalt bleibt, wäre es sicher wünschenswert, weil die Bäume dann länger in der Winterruhe bleiben. Jede Woche, wo sie noch nicht austreiben, ist für uns wertvoll.<BR /><BR /><b> Wieso ist das wertvoll?</b><BR />Santer: Die Gefahr ist immer, dass sie zu früh austreiben und noch eine Kaltfront kommt. Sobald sie ausgetrieben haben, sind sie für Kälte aber total empfindlich und man hat gleich Schäden in den Früchten. Deswegen wäre es ideal, wenn sie so spät wie möglich austreiben. <BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-58408397_quote" /><BR /><BR /><BR /><b>Bis dahin ist die Trockenheit also kein Problem?</b><BR />Santer: Genau. Die Trockenheit macht nur in Hinblick auf das Vegetationsjahr Sorgen, wenn man bedenkt, dass es wenig Schnee gibt, die Quellen leer sind und das Wasser für die Sommermonate fehlt. Vor allem in den Gebieten, wo man mit Oberflächenwasser bewässert und nicht das Grundwasser verwendet, wird es problematisch. <BR /><BR /><b>Kann man sich auf einen trockenen Sommer vorbereiten?</b><BR />Santer: Wir wiederholen das schon seit Jahren gebetsmühlenartig: Die Bauern sollen Richtung umweltschonender Bewässerung, wie Tröpfchenbewässerung gehen. Wir arbeiten seit einiger Zeit außerdem mit einem Tensiometer, einer Röhre, die im Boden steckt, die Bodenfeuchtigkeit misst und dem Bauer per App genau sagt, wann man bewässern sollte. Dadurch kann man noch viel gezielter bewässern und dabei sogar Treibstoff sparen, weil die Bewässerungsanlage auch Energie braucht. <BR /><BR /><b>Sind die Schädlinge auch ein Problem?</b><BR />Santer: Noch ist alles im Winterschlaf. Aber so milde Winter sind für Schädlinge sehr förderlich und für die Bauern ärgerlich, weil sie bei den hohen Temperaturen nicht absterben. Durch den Klimawandel haben wir jetzt schon Schädlinge in Südtirol, die früher in der Po-Ebene haltgemacht haben. Man blickt deswegen schon ein wenig besorgt auf den Sommer. <BR />