Schlägereien, laute Musik, Erbrochenes, Glasscherben, Polizeieinsätze, Klagen der Anrainer - und zuletzt Streiks mehrerer Standbetreiber – der traditionsreiche Bozner Obstmarkt im Herzen der Altstadt hat schon bessere Zeiten erlebt. Ein Projekt zur Aufwertung liegt seit einiger Zeit vor – ob und wann es umgesetzt wird, ist aber immer noch unklar.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1257081_image" /></div> Thomas Rizzolli <BR /><BR />„Am Projekt sind verschiedene Interessensvertreter beteiligt, darunter die Standbetreiber, die Feuer und Flamme waren und willens sind, mitzuarbeiten, die Gastronomie, die Handwerker, die Anrainer und die Gemeinde, die es mitfinanziert hat“, erklärte Thomas Rizzolli (im Bild), hds-Bezirkspräsident von Bozen- Stadt, auf Nachfrage. Gemeinsames Ziel sei es, den Obstmarkt in neuem Glanz erstrahlen zu lassen, damit er wieder zur Attraktion, zu einem „Hingucker“ werde.<BR /><BR /><BR />„Einer unserer zentralen Vorschläge ist, einen Manager einzusetzen, der vor Ort präsent ist und die Erneuerung begleitet“, betonte Rizzolli. Zu den Vorschlägen gehöre zudem auch ein Stand für Bauern. „Landwirte sollen an den einzelnen Wochentagen unterschiedliche Produkte anbieten. Verschiedene Bauern könnten so an festgelegten Tagen ihre Waren verkaufen.“ <BR /><BR /><BR />Außerdem könne ein Rad-Zustelldienst eingerichtet werden, um das Obst und Gemüse der Standbetreiber zu den Kunden zu bringen. <BR />Um den Obstmarkt nach der Schließung der Stände zu beleben, sei eine Mischnutzung von Ständen angedacht. „Cafés vor einem Stand könnten die freie Fläche nutzen, um Aperitifs anzubieten. Das wäre ein harmonisches Zusammenspiel von Gastronomie und Standbetreibern.“<BR /> Das finde heute bereits in einigen Fällen statt, doch laut Reglement darf ein Stand nicht doppelt genutzt werden. „Eine Konzession darf nur auf eine Person laufen“, erklärt der hds-Vertreter. <BR /><BR /><BR />Verbessert werden müsse schließlich das gesamte Erscheinungsbild des Obstmarktes. „Wir müssen das Problem der Trockenfrüchte lösen, brauchen neue Hygienebestimmungen, eine Erneuerung der Planen, eine schöne Beleuchtung. Wir müssen den Obstmarkt als Platz besser definieren, damit man sich dort auch gerne aufhält und ihn nicht nur rasch durchquert.“ <BR /><BR /><BR />Ob das von der Arbeitsgruppe vorgelegte Projekt von der Gemeinde genehmigt werde, dazu könne er nichts sagen, so Rizzolli.<BR />„Bei der Präsentation des Projekts hat Bürgermeister Claudio Corrarati, der auch Wirtschaftsstadtrat ist, erklärt, dass wir unsere Hausaufgaben gemacht haben und jetzt die Gemeinde am Zug ist. Wir haben nun die Sorge, dass die Initialzündung für einen erneuerten Obstmarkt verpufft, wenn sich nicht bald konkret etwas tut, dass also der Schwung, mit dem das Projekt gestartet ist, verloren geht, wenn zu viel Zeit verstreicht.“<BR /><BR /><BR />Rizzolli: „Wir möchten die positive Energie, mit der das Projekt gestartet ist, mitnehmen.“ Derzeit warte man auf eine Antwort, die innerhalb Jänner kommen solle. „Ich kann nur betonen, dass es nicht gut ist, zu lange zu warten, weil dann ist die Luft aus dem Projekt draußen.“