Montag, 27. April 2015

Odenwaldschule steht vor dem Aus

Die krisengeschüttelte Odenwaldschule im südhessischen Heppenheim muss zusperren. Die bekannte Reformschule leidet unter den Folgen des Missbrauchs-Skandals von 2010, als bekannt wurde, dass jahrelang der Missbrauch von mindestens 132 Schülern vertuscht worden war.

An der über 100 Jahre alten Odenwaldschule in Hessen hatte es mindestens 132 Fälle von sexuellem Missbrauch gegeben. Jetzt steht die Schule vor dem Aus.
An der über 100 Jahre alten Odenwaldschule in Hessen hatte es mindestens 132 Fälle von sexuellem Missbrauch gegeben. Jetzt steht die Schule vor dem Aus. - Foto: © shutterstock

Trotz aller Bemühungen sei es nicht gelungen, die Finanzierung für die nächsten Jahre zu stemmen, teilte die Leitung der vor 105 Jahren gegründeten Schule am Wochenende mit. „Das Schuljahr wird aber noch zu Ende geführt“, sagte ein Sprecher.

Die Eltern wurden laut der Mitteilung informiert und müssen nunmehr entscheiden, „welche Schule für ihre Kinder zum neuen Schuljahr die Richtige ist“.

Vor fünf Jahren war an der privaten Reformschule ein jahrelang vertuschter sexueller Missbrauch von mindestens 132 Schülern bekannt geworden. Auch deshalb ging die Zahl der Schüler spürbar zurück und damit auch Schulgeld für das Privatinternat.

Die Odenwaldschule braucht eine neue Genehmigung, weil sie nach neuen Missbrauchs-Verdächtigungen auf Drängen der Behörden ihre Struktur und Organisation änderte. Dafür verlangen die Aufsichtsbehörden ein schlüssiges Finanzkonzept.

„Die Zeit für das neue Team war kurz, offenbar zu kurz“, teilten Leitung und Trägerverein der Schule mit. „Vor allem aber mussten wir feststellen, wieviel Kredit nicht nur bei Schülern, Eltern und Behörden, sondern wie viel Vertrauen – vor allem auch bei Banken und vielen Ehemaligen, die der Schule zum Teil seit Jahrzehnten verbunden waren – verspielt worden ist.“

apa

stol