In Lienz in Osttirol setzte sich ein mit Propangas befüllter Waggon mit einem zweiten leeren in Bewegung und rollte rund 30 Kilometer in Richtung Kärnten. Bei einem zweiten Zwischenfall in Imst löste sich eine Garnitur des Railjets von der Lok.Am 4. Oktober kam es in Lienz zu dem Zwischenfall mit glimpflichem Ende. Bei den am Bahnhof abgestellten Waggons hätten sich „aufgrund einer technischen Ursache“ die Sicherungen gelöst, teilte ÖBB-Pressesprecher, Johannes Gfrerer, am Sonntag mit. Die Strecke sei abschüssig, weshalb sie sich in Bewegung setzten und herrenlos mit rund 50 km/h in Richtung Kärnten rollten.„Die Strecke wurde freigemacht und alle Signale auf Rot gestellt“, schilderte Gfrerer die Maßnahmen. Diese Strecke dient auch dem Personenzugverkehr. Mithilfe der „automatischen Kupplung“ an einer Lok konnten die Waggons schließlich eingefangen werden. Ein Lokführer hatte die Verfolgung aufgenommen und den „Geisterzug“ eingeholt.Herrenloser Hochgeschwindigkeits-Zug Railjet unterwegsLediglich zwei Tage später kam es am 6. Oktober in Imst zu einem Vorfall mit einem Hochgeschwindigkeits-Zug Railjet. Dort koppelte sich beim Ausfahren des Zuges die Garnitur hinter den beiden ersten an der Lok befestigten Waggons ab. Das Gefährt hatte bereits rund 30 km/h Geschwindigkeit, als es zu dem technischen Gebrechen kam. Laut Gfrerer habe bei einer Schraubenmutter, die als Verbindung die Waggons zusammenhalte, der Sicherungsbolzen gefehlt.„Fehler der Zulieferfirma“„Es ist ein Fehler der Zulieferfirma“, erklärte der Sprecher. Sie habe die Schraubverbindung mit dem nicht vorhandenen sogenannten Spanstift mangelhaft angeliefert. Das Sicherheitssystem der mit Druckluft gefüllten Leitungen habe die Waggons selbst einbremsen lassen. 100 Fahrgäste mussten umsteigen und mit einer Verzögerung von rund einer Stunde konnten sie die Weiterfahrt fortsetzen. Alle insgesamt 28 Railjets würden überprüft, hieß es.„Die Bahn ist das sicherste Verkehrsmittel“, entgegnet der ÖBB-Pressesprecher. Dennoch würden nach der Analyse der beiden Fälle die daraus notwendigen Konsequenzen gezogen. Man werde versuchen, die Systeme noch zu überarbeiten und zu optimieren, führte Gfrerer aus. Wichtig sei aber, dass die Sicherheitskonzepte gegriffen und funktioniert hätten. apa