Donnerstag, 27. August 2015

Öffentlicher Nahverkehr: Ab 1. September gelten neue Tarife

Neue Tarifstufen, eine einmalige Ausstellungsgebühr, ein maximaler Tagestarif für den Südtirol Pass sowie neue Tarife für die Fahrradmitnahme werden mit 1. September im öffentlichen Nahverkehr angewandt.

Ab dem 1. September gelten neue Tarife im öffentlichen Nahverkehr.
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Ab dem 1. September gelten neue Tarife im öffentlichen Nahverkehr. - Foto: © LPA

„Unser Tarifsystem ist im mitteleuropäischen Vergleich das nutzerfreundlichste System und aufs Jahr gerechnet mit Abstand das günstigste“, behauptet Landesrat Florian Mussner in einer Aussendung des Landespresseamtes.

Dreieinhalb Jahre nach seiner Einführung habe sich das Konzept „Südtirol Pass" bewährt und die Nutzerzahlen seien sehr stark angestiegen. Dennoch müsse eine höhere Kostendeckung im öffentlichen Nahverkehr erzielt werden, erläutert der Mobilitätslandesrat. „Wichtig ist bei dieser Tarifanpassung, dass vor allem Berufspendler und Vielfahrer nicht mehr als bisher zur Kasse gebeten werden, und dass der maximale Jahresbetrag von 640 Euro bzw. 530 Euro beibehalten wird", unterstreicht Mussner.

24 Prozent statt 35 Prozent der Betriebskosten sind gedeckt 

Gemäß der staatlichen und EU-Vorgaben müssen mindestens 35 Prozent der Betriebskosten im öffentlichen Nahverkehr über Tarifeinnahmen gedeckt werden. Derzeit beträgt die Kostendeckung rund 24 Prozent. Mit den von der Landesregierung im vergangenen Winter beschlossenen Anpassungen will man diesem Ziel einen Schritt näher kommen.

Der angereifte Kilometerstand bleibt aufrecht und wird mit 1. September direkt in die entsprechende neue Tarifklasse übertragen. Während für die ersten 1000 Kilometer (12 statt 8 Cents) bzw. 2000 Kilometer pro Jahr (10 statt 6 Cents) künftig mehr zu bezahlen ist, wirken sich die Neuerungen auf die späteren Tarifklassen weniger bzw. überhaupt nicht aus. Ab 10.000 gefahrenen Kilometern bleiben die Kosten, aufs Jahr gerechnet, unverändert.

Für Gelegenheitsfahrer eine Preissteigerung von bis zu 88 Prozent

Für die ca. 66.500 Gelegenheitsfahrer, die bis max. 1.000 Kilometer pro Jahr fahren oder nur Stadtfahrten tätigen, fällt die Preissteigerung deutlich aus. Bei 2.000 Kilometern pro Jahr etwa beträgt die
Preissteigerung 66 Prozent, mit dem family-Tarif sogar 88 %.

Bisher wurden für den Südtirol Pass keinerlei Bearbeitungs- und Ausstellungsgebühren und für die Zusendung des Kärtchens auch keine Postspesen berechnet. Mit 1. September wird für alle Neuansuchen eine einmalige Ausstellungsgebühr von 20 Euro für den Südtirol Pass fällig. 

Maximaler Tagestarif von 15 Euro

Ab 1. September  wird für den Südtirol Pass ein maximaler Tagestarif von 15 Euro eingeführt, welcher dem Preis einer Mobilcard-Tageskarte entspricht. Das bedeutet: Auch wenn an einem Tag sehr viele Kilometer gefahren werden, so wird maximal ein Betrag von 15 Euro vom Südtirol Pass abgebucht. Diese Deckelung gilt für die Fahrten innerhalb des Zuständigkeitsbereiches des Südtiroler Verkehrsverbundes, also auf den Bahnlinien bis Trient, bis zum Brenner und bis Vierschach-Helm.

Fahrradmitnahme für Südtirol-Pass-Besitzer wird billiger

Ab dem 1. September gelten auch neue Tarife für die Fahrradmitnahme auf öffentlichen Verkehrsmitteln: 

  • Einheitstarif von 3,50 Euro pro Tag (unabhängig von Anzahl und Länge der getätigten Fahrten) für die Inhaber von Südtirol Pass sowie von Schüler- und Senioren-Abos mit zusätzlicher Zahlfunktion
  • Separates Rad-Tagesticket zu 6 Euro für Fahrgäste mit allen anderen Fahrscheinen und Abos.

Bei den Tageskarten bezahlten Südtirol-Pass- oder "Abo+"-Besitzern bisher denselben Tarif wie andere Radler, und zwar 6 Euro.

lpa

stol