Mittwoch, 25. November 2020

Öffentlicher Nahverkehr: Schwarzfahren in Bus und Bahn

An die 100.000 Menschen nutzen täglich Südtirols öffentliche Verkehrsmittel. Und natürlich gibt es auch unter diesen ein paar Schwarze Schafe. Die Landesabteilung für Mobilität hat nun die Zahlen zu Schwarzfahrern vorgelegt.

Nicht alle sind mit einer gültigen Fahrkarte bzw. Ticket unterwegs.
Badge Local
Nicht alle sind mit einer gültigen Fahrkarte bzw. Ticket unterwegs. - Foto: © hhk
Die Nutzer von Südtirols öffentlichen Verkehrsmitteln scheinen sehr ehrlich zu sein. Von den täglich rund 100.000 Fahrgästen wurden in Bus, Bahn und Seilbahn im gesamten Vorjahr nur knapp 2600 als Schwarzfahrer entlarvt. Laut Abteilung Mobilität wurden dafür knapp 53.000 Euro an Strafen eingehoben. Allerdings wurden auch 266 Abos eingezogen, weil sie missbräuchlich verwendet wurden.

„Es ist die Pflicht eines jeden Fahrgastes, die öffentlichen Verkehrsmittel nur mit einem gültigen Fahrschein zu nutzen“, betont Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider. „Auch in der derzeitigen Corona-bedingten Situation bleibt es ein zentrales Anliegen, dass die Fahrscheine stetig kontrolliert werden.“ Dass sich die allermeisten Nutzer von Bus und Bahn im Land daran halten, belegen die Zahlen, die die Landesabteilung für Mobilität nun vorgelegt hat.

Schwarzfahrer vor allem im Zugverkehr unterwegs

Demnach wurden im Vorjahr insgesamt 2592 Fahrgäste beim Schwarzfahren erwischt. Mehr als die Hälfte davon – 1854 – waren mit dem Zug unterwegs. Allein in der Vinschgerbahn wurden 207 Fahrgäste ohne oder ohne entwertete Fahrkarte erwischt. Ein deutlicher Rückgang im Vergleich zu 2018. Vor 2 Jahren waren es noch deren 315.

Auf den anderen Bahnstrecken, welche von der SAD bedient werden, waren 607 Fahrgäste illegal unterwegs. Die absolut meisten Schwarzfahrer waren laut Daten des Mobilitätsressorts in den Zügen von Trenitalia unterwegs. Hier wurden im Vorjahr 1040 Fahrgäste ohne oder ohne entwerteten Fahrschein erwischt.

Deutliche Unterschiede gibt es auch bei den Bussen. Wurden in den SAD-Bussen im Vorjahr 97 Strafen wegen Schwarzfahrens ausgestellt, so wurden bei den 2383 Kontrollen auf den vom Konsortium LiBus bedienten Linien 621 Schwarzfahrer erwischt. Während es bei LiBus im Vergleich zu 2018 einen leichten Rückgang gab (minus 16 Fälle), hat sich die Zahl der Schwarzfahrten in den SAD-Bussen beinahe verdoppelt (plus 41).

Begleichung von Strafen nicht immer selbstverständlich

Je nach Verkehrsmittel deutliche Unterschiede gibt es auch bei der Zahlungsmoral der ertappten Schwarzfahrer. So wurden über 84 Prozent der im Vorjahr in den LiBus-Bussen ausgestellten Strafen beglichen.

Bei der SAD waren es in Bus, Bahn und Seilbahn nur 39 Prozent der Erwischten, die im Vorjahr ihre Strafe auch gezahlt haben. Noch weniger waren es bei Trenitalia: Hier haben gar nur 10 Prozent der Schwarzfahrer ihre Rechnung bereits beglichen.

Zwar keine Strafe zahlen, aber das Abo abgeben mussten im Vorjahr 266 Abonnenten. Die allermeisten, weil der Benutzer nicht mit dem Inhaber übereinstimmte oder weil Abos von nicht Berechtigten genutzt wurden.

„Geld kommt wieder den Fahrgästen zugute“

Insgesamt wurden im Vorjahr für Regelverstöße 50.873,88 Euro an Strafen gezahlt. „Mit diesen Einnahmen werden die Modernisierung und das Funktionieren der öffentlichen Mobilität finanziert. Das Geld kommt somit wieder den Fahrgästen zugute“, so Mobilitätslandesrat Alfreider.

em