<BR />Jährlich werden in Südtirol rund 140 Kilometer Straße neu asphaltiert. Die Arbeiten finden in der Regel im Frühjahr zwischen April und Mai sowie im Herbst statt. Im Winter ist es dafür zu kalt, im Sommer will man aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens größere Baustellen vermeiden. In den kommenden Wochen sollen die Arbeiten wieder beginnen. Die Planung läuft bereits auf Hochtouren, heuer gestaltet sie sich jedoch schwierig.<BR /><BR />Verantwortlich dafür ist der Krieg im Iran. Wie berichtet, sind die Erdölpreise in den vergangenen zwei Wochen regelrecht explodiert. Erdöl spielt auch bei der Herstellung von Asphalt eine zentrale Rolle: Daraus wird das sogenannte Bitumen gewonnen. Es dient als Bindemittel, das den Fahrbahnbelag zusammenhält.<BR /><BR />Noch hält sich die Preissteigerung in Grenzen, doch die Lage im Iran bleibt unsicher. „Die nächsten Wochen sind entscheidend“, betont Landesrat Daniel Alfreider. Schon jetzt zeigen sich Südtirols Bauunternehmer besorgt: Sie wissen nicht, zu welchem Preis sie die Asphaltierungsarbeiten anbieten können. Für das Land könnte es hingegen knapp mit dem Budget werden, da für die Straßeninstandhaltung eine gewisse Summe zur Verfügung steht. Es gilt: Je höher der Preis pro Kilometer, umso weniger kann im Frühling tatsächlich neu geteert werden.<BR /><BR />Einen Teil der Ausschreibungen habe das Land bereits vergeben, berichtet Philipp Sicher, Direktor der Abteilung Straßendienst. Diese Bauarbeiten werden wie geplant stattfinden, jedoch könnten sogenannte Revisionsklauseln angewandt werden. Sprich: „Sie müssen neu verhandelt oder angepasst werden“, erklärt Sicher. Dies gilt jedoch nur im Fall einer extremen und länger anhaltenden Preissteigerung. Weitere Ausschreibungen sind derzeit offen. Die Angebote der Unternehmen lassen auf sich warten. Wie Sicher erwähnt, werden die Elementarpreise für Asphalt zu Beginn jedes Jahres neu berechnet: also die Kosten für Transport, Bitumen und Zuschlagsstoffe wie Sand oder Schotter. „Sollten sich die Befürchtungen bewahrheiten, müsste auch hier nachgebessert werden“, meint der Abteilungsdirektor.