Donnerstag, 05. März 2020

Österreich: 38 Coronavirus-Infizierte, aber 129.000 Grippe-Infektionen

Wie selten das neue Coronavirus trotz allem im Moment ist, zeigt das Beispiel der Grippefälle in Österreich: Derzeit gibt es dort 38 bestätigte Corona-Fälle, gleichzeitig laborieren allein diese Woche 129.000 Menschen an „Grippe“ – also an Influenza und viralen Infekten. „Die Grippe ist eine Krankheit, die uns seit unserer Kindheit begleitet“, erklärte Gesundheitsminister Rudolf Anschober die Angst vor Corona.

Österreichs Gesundheitsminister Rudolf Anschober hat am Donnerstag eine Zwischenbilanz gezogen zu Corona und Grippe.
Österreichs Gesundheitsminister Rudolf Anschober hat am Donnerstag eine Zwischenbilanz gezogen zu Corona und Grippe. - Foto: © APA / HERBERT NEUBAUER
Die Relation zur Zahl der Grippefälle zeigt, wie selten das neue Coronavirus zumindest im Moment ist. Mit Stand vom Mittwoch sind in Österreich in der gesamten Saison bisher rund 245.000 Menschen an Influenza, also an der „richtigen“ Grippe, erkrankt. Mit einer Informationsoffensive will Anschober erreichen, dass die Durchimpfungsrate in Österreich für die nächste Influenzawelle im Herbst/Winter erhöht wird und die Zahl der Erkrankten damit abnimmt.

In Sachen Coronavirus SARS-CoV-2 gab es in Österreich von Mittwoch auf Donnerstag 9 neue bestätigte Infektionen. Bei diesen neuen Fällen handelt es sich laut Behörden zum Großteil um Niederösterreicher. Rund 400 Personen befinden sich laut Anschober in Quarantäne. Derzeit gibt es in Österreich aber keine Entwicklung, die auf eine Pandemie hindeutet, meinte der Gesundheitsminister.

Erste 2 österreichische Infizierte wieder gesund und daheim

Die beiden ersten österreichischen Coronavirus-Patienten haben am Donnerstag jedenfalls gesund die Innsbrucker Klinik verlassen. „Sie sind ganz normale Mitbürger, von denen keinerlei Bedrohung oder Gefahr für ihre Mitbürger ausgeht“, erklärte indes der Leiter der Infektiologie an der Med Uni Innsbruck, Günther Weiss, im Ö1-Frühjournal.

Der Mediziner kritisierte in diesem Zusammenhang die Stigmatisierung von Coronavirus-Patienten „durch irrationale Ängste, durch Wahnvorstellungen, durch Panikmache“. Das sei „etwas, was wir nicht haben wollen und was medizinisch absolut abzulehnen ist“.

apa

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